Dienstag, 03.01.2017
Wenn Trump, wie geplant, Nafta aufkündigt, könnten es im Hafen von Veracruz und anderswo in Mexiko bald anders aussehen. Deutsche Unternehmen planen dennoch Investitionen in dem Land.

Bildquelle: fogostudio/Thinkstock/Getty Images

Wenn Trump, wie geplant, Nafta aufkündigt, könnten es im Hafen von Veracruz und anderswo in Mexiko bald anders aussehen. Deutsche Unternehmen planen dennoch Investitionen in dem Land.

Zukunftsmärkte
Trump zum Trotz

Deutsche Firmen bleiben Mexiko treu

Die Aufkündigung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta war ein zentrales Wahlkampfthema Donald Trumps. Deutsche Unternehmen in Mexiko würde dies empfindlich treffen. Dennoch halten viele am Standort fest – und bauen ihr dortiges Geschäft sogar aus.
Auch nach Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump werden deutsche Unternehmen am Standort Mexiko festhalten und dort weiter investieren. Das ergab eine Umfrage der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (Camexa) unter ihren Mitgliedern.

Demnach haben 62 Prozent der Camexa-Mitgliedsfirmen konkrete Investitionspläne in Mexiko für das Jahr 2017. Viele von ihnen planen nach eigenen Angaben, in diesem Zuge auch neue Arbeitsplätze zu schaffen. Anzeichen für eine Investitionszurückhaltung in Mexiko gebe es keine, sagte Camexa-Geschäftsführer Johannes Hauser.

Nafta-Aus und schwacher Peso

Während des Wahlkampfes hatte Trump angekündigt, das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta, das zwischen den USA, Mexiko und Kanada besteht, aufzukündigen. Sollte er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen, verlören Firmen in Mexiko den zollbefreiten Zugang zum US-Markt und die Anbindung an viele Zulieferströme.

Schon jetzt trifft Unternehmen in Mexiko die dortige Währungsschwäche. Nach dem Wahlsieg Trumps hatte der mexikanische Peso wegen der prognostizierten Auswirkungen von dessen Politik auf Mexiko 10 Prozent seines Wertes verloren. Diese Situation bleibe weiterhin ein Problem vor allem für Importeure, so Hauser.

83 Prozent der deutschen Unternehmen in Mexiko erwarten laut der Camexa-Umfrage, dass die Handelspolitik von Trump negative Auswirkungen auf ihr Geschäft haben wird. Dass sie dennoch weitere Investitionen vor Ort zusagen, erstaunt vor diesem Hintergrund. 

Aktive Freihandelspolitik

2.000 deutsche Unternehmen sind mittlerweile in Mexiko mit einem Standort aktiv. Für 64 Prozent der befragten Camexa-Mitglieder verlief das Geschäftsjahr 2016 gut, die Hälfte von ihnen erzielte ein Plus von mehr als 10 Prozent.

Mexiko betreibt eine aktive Freihandelspolitik und unterhält Abkommen mit 46 Ländern, unter anderem mit der EU. Aktuell verhandeln die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo Villarreal über ein Update der Verträge.

Am 20. Januar wird Donald Trump die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Barack Obama übernehmen. Ob er seine Drohungen gegenüber Nafta dann wahrmacht, kann heute kein Experte verlässlich abschätzen.

Am 20. Januar wird Donald Trump als Präsident der USA vereidigt. Welche Folgen das für deutsche Mittelständler hat, beleuchten wir in einem Themenschwerpunkt.

Hier finden Sie alle Artikel unseres Schwerpunktes.

Auch in unserer Printausgabe war die Wahl Trumps Titelthema. Hier können Sie das Heft bestellen oder abonnieren.