Freitag, 19.06.2015
Früher konnten deutsch-türkische Handelspartner die KKDF-Steuer nur per Vorkasse umgehen.

KfW-Bildarchiv / photothek.net

Früher konnten deutsch-türkische Handelspartner die KKDF-Steuer nur per Vorkasse umgehen.

Zukunftsmärkte
Neuer Beschluss befreit Importeure von KKDF-Steuer

Deutsche Geräte für Türkei günstiger

Maschinen- und Chemieproduktimporte in die Türkei sind seit Kurzem von der KKDF-Steuer befreit. Damit Mittelständler von der neuen Richtlinie profitieren können, müssen sie über Akkreditiv oder Nachnahme liefern.
Seit Mitte April 2015 können türkische Importeure deutsche Maschinen, Messgeräte und Chemieprodukte günstiger beziehen. Denn ein neuer Kabinettsbeschluss regelt für diese Waren eine Befreiung von der sogenannten KKDF-Steuer. Auch einige Kunststoffprodukte und gewisse Metalle sind neuerdings von ihr befreit.

Die Abgabe war für Importeure bis dato verpflichtend. Sie betrug sechs Prozent des Warenwertes und floss in den Fond zur Unterstützung der Ressourcennutzung (türkische Abkürzung des Fonds: KKDF). Dieser wurde 1988 eingeführt, um wirtschaftlich schwächere Regionen zu unterstützen.

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Von sechs auf null Prozent des Warenwerts

Abhängig ist die Fälligkeit der KKDF-Abgabe auch von der Art der Zahlungsvereinbarungen beim Import. Nur wenn deutscher Lieferant und türkischer Kunde für die im Beschluss erwähnten Produkte eine Zahlung über Akkreditiv oder Nachnahme vereinbart haben, fällt die KKDF-Steuer nicht mehr an. Für herkömmliche Lieferantenkredite ist sie weiterhin zu entrichten.

Die KKDF-Steuer war auch von Nachteil für deutsche Exporteure, da die sechsprozentige Abgabe ihre Waren effektiv verteuerte. Umgehen konnten Handelspartner die Steuer bis dato nur, wenn der Kunde die Ware bereits vor Lieferung bezahlt hatte. Da Vorkasse in Exportgeschäften aber unüblich ist, griffen türkische Kunden nicht selten auf Konkurrenzwaren zurück.

 

 

Eine genaue Auflistung der neuerdings befreiten Warengruppen finden Exporteure im Amtsblatt der Türkei: http://bit.ly/1JZfgpI. Dank der Kombinierten Nomenklatur entsprechen die im Beschluss angegebenen Warennummern weitestgehend denen des üblichen Harmo

Eine genaue Auflistung der neuerdings befreiten Warengruppen finden Exporteure im Amtsblatt der Türkei: bit.ly/1JZfgpI. Dank der Kombinierten Nomenklatur entsprechen die im Beschluss angegebenen Warennummern weitestgehend denen des üblichen Harmonisierten Systems (HS).