Mittwoch, 24.01.2018
Deutsche Mittelständler blicken zufrieden nach Russland: Doch es besteht Unsicherheit aufgrund protektionistischer Maßnahmen und den gegenseitigen Wirtschaftssanktionen.

Illustration: RedKoalaDesign/Thinkstock/Gettty Images

Deutsche Mittelständler blicken zufrieden nach Russland: Doch es besteht Unsicherheit aufgrund protektionistischer Maßnahmen und der gegenseitigen Wirtschaftssanktionen.

Zukunftsmärkte
AHK-Umfrage

Deutsche Unternehmen wollen Aktivitäten in Russland ausbauen

Nach dem Ende der Rezession in Russland hoffen deutsche Mittelständler wieder auf gute Geschäfte. Doch die politische Situation könnte ihnen die Stimmung vermiesen.

Deutsche Unternehmen in Russland sind Kummer gewöhnt. Während der Jahre politischer Sanktionen hielten sie ihren Geschäftspartnern zum großen Teil die Treue. Nun, da die Rezession beendet ist und die Wirtschaft wieder wächst, scheint sich ihre Geduld gelohnt zu haben.

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In der neuen Geschäftsklima-Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) äußerte sich die Mehrheit der befragten Unternehmen optimistisch fürs neue Jahr. 60 Prozent von ihnen gaben an, 2017 ein Umsatzplus zum Vorjahr erzielt zu haben. Dadurch wächst ihre Investitionsbereitschaft für 2018: Die Umfrageteilnehmer wollen im laufenden Jahr 471 Millionen Euro in Russland investieren – das ist die höchste Summe seit Beginn der Wirtschaftskrise 2014.


Geplante Investitionen in Russland (in Mio. Euro)

Sämtliche Experten prognostizieren Russland 2018 ein stabiles Wachstum. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von 1,7 Prozent BIP-Plus aus, die russische Regierung erwartet 2 Prozent, und Goldman Sachs hält gar 3,3 Prozent für möglich. Das dritte Quartal 2017 beendete die Rezession mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.

Fast zwei Drittel der von der AHK befragten Unternehmen wollen ihre Aktivitäten in Russland ausbauen. Kein Unternehmen will der Umfrage zufolge sein Russland-Engagement in nächster Zeit reduzieren. Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant, neue Mitarbeiter einzustellen.


Meine Firma wird Ihr Engagement in Russland in den kommenden anderthalb Jahren (in % der Befragten)

Positiv heben die Unternehmen die zuletzt verbesserten Rahmenbedingungen durch Sonderwirtschaftszonen und Industrieparks, bei der Unterstützung durch die örtlichen Administrationen und bei der Zollabwicklung hervor. Der Konkurrenzdruck und der bürokratische Aufwand hätten allerdings zugenommen, so die Befragten.

Hemmnisse für die deutsche Wirtschaft in Russland sind aktuell die Unsicherheit über die künftige Marktentwicklung, protektionistische Maßnahmen und die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen. Für 2018 rechnen die Unternehmen in der AHK-Umfrage mit einem moderaten Wachstum der russischen Wirtschaft von 1 bis 3 Prozent.