Mittwoch, 20.02.2013
Zukunftsmärkte
Türkei

Deutscher Import in Türkei nimmt ab

Dank steigender Exporte und abnehmender Importe fiel das Handelsbilanzdefizit der Türkei deutlich. Auch der Import aus Deutschland nahm um 7 Prozent ab.

Das türkische Handelsbilanzdefizit ging gegenüber 2011 um mehr als 20 Prozent auf 84,0 Milliarden US-Dollar zurück. Grund dafür ist der anhaltend steigende Export, bei rückläufigem Import. Der Import aus der EU nahm dabei um 4 Prozent, der aus Deutschland um 7 Prozent ab.

Starker Export in der Türkei trotz Konjunkturabkühlung

Der Export der Türkei setzt seine Entwicklung der Vorjahre mit einem Anstieg um 13,1 Prozent auf 152,6 Milliarden US-Dollar fort. Gleichzeitig kühlte sich die Konjunktur in der Türkei jedoch weiter ab, das reale Wirtschaftswachstum fiel mit 2,5 Prozent deutlich geringer als in den Vorjahren aus, zudem ging der Import gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 236,5 Milliarden US-Dollar zurück. Dies berichtet GTAI unter Berufung auf Zahlen des Türkischen Statistikamtes TürkiyeIstatistik Kurumu. Insgesamt stieg der Anteil der Importe, der über Exporterlöse gedeckt werden konnte auf 64,5 Prozent. Der Anteil des Leistungsbilanzdefizits am Bruttoinlandsprodukt (BIP) reduzierte sich von 10 Prozent auf rund 7 Prozent.

Auffällig bei den Exporten war vor allem der starke Anstieg der Edelmetallausfuhren, die mit einer Steigerung um 337 Prozent auf 16,3 Milliarden US-Dollar erstmals den Spitzenplatz des Exports der Türkei einnahm. Ein Grund hierfür könnten allerdings direkte Goldlieferungen an den Iran sein. Die Türkei beglich offensichtlich auf diesem Weg einen großen Teil ihrer Erdgaslieferungen aus dem Iran, da der herkömmliche Geldtransfer durch die derzeitigen Handelsbeschränkungen für den Iran erschwert ist. Insgesamt machten Produkte der verarbeitenden Industrie rund 93,9 Prozent des gesamten Exports der Türkei aus, 3,4 Prozent des gesamten Exportwerts entfielen auf Agrarprodukte.

Während die Lieferungen in die Europäische Union um 5,0 Prozent zurückgingen, stiegen die türkischen Exporte in andere Weltregionen. Im Nahen und Mittleren Osten um 52,1 Prozent, in Nordafrika  um 41,0 Prozent und nach Nordamerika um 22,2 Prozent. Deutschland war allerdings 2012 nach wie vor das wichtigste Abnehmerland.

Importe der Türkei: Deutschland weiter auf Platz 2

Der Wert des Imports aus Deutschland ging um 6,9 Prozent auf 21,4 Milliarden US-Dollar zurück. Damit belegte Deutschland Platz zwei der wichtigsten Lieferanten hinter Russland und knapp vor China. Die türkische Handelsbilanz wurde vor allem durch die hohen Bezüge von Erdöl und Erdgas weiter belastet. Diese Energieimporte stiegen 2012 um 11,1 Prozent auf 60,1 Milliarden US-Dollar und waren somit für 71,5 Prozent des gesamten Handelsbilanzdefizits verantwortlich. Mittelfristig geht die türkische Regierung von einem weiteren Anstieg dieser Einfuhren auf 65,4 Milliarden US-Dollar aus. Neben Energieträgern waren vor allem Maschinen und Anlagen, Eisen, Stahl, Ausrüstungen der Elektrotechnik und Kfz sowie Kfz-Teile wichtige Importposten.

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