Mittwoch, 23.09.2020
Unternehmerin Jeannine Budelmann: Firmen sollte ihre Arbeit ständig hinterfragen.

Foto: WJD/Pia Jennert

Unternehmerin Jeannine Budelmann: Firmen sollte ihre Arbeit ständig hinterfragen.

Zukunftsmärkte
KOLUMNE WIRTSCHAFTSJUNIOREN DEUTSCHLAND

Die Krise nutzen: raus aus der Komfortzone!

In ihrer Kolumne für „Markt und Mittelstand“ berichtet die stellvertretende Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschland, Jeannine Budelmann, über Themen, die junge Unternehmer bewegen. Diesmal erzählt sie davon, was Unternehmen von der Corona-Krise lernen können.

In nur vier Jahren von 0 auf knapp 300 Mitarbeiter – als mittelständisches Unternehmen, ganz ohne Start-up-Mentalität? Einer unserer Kunden aus dem B2B-Bereich hat das geschafft. Nun ist Wachstum momentan nicht gerade die größte Sorge der meisten Unternehmen in Deutschland. Doch die Dynamik, die sich unser Kunde zunutze gemacht hat, hilft auch in Krisenzeiten dabei, ein zukunftsfähiges Unternehmen zu werden und zu bleiben.

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Der Erfolg und die Krise, das Wachsen und das Schrumpfen eines Unternehmens haben eine fundamentale Eigenschaft gemein: Bei beiden handelt es sich um sehr dynamische Situationen, die alle Menschen in diesem Unternehmen betreffen. Veränderungen sind grundsätzlich für die meisten Menschen erst einmal etwas Neues, Fremdes, Bedrohliches. Stete Veränderungen sind aber auch der Kern des Erfolgs von denjenigen Unternehmen, die in der Lage sind, sich dynamisch an wechselnde Umweltbedingungen anzupassen.

Der Satz: „Das haben wir immer so gemacht!“ wird ab heute aus dem Wortschatz verbannt. Wann immer Ihnen dieser Satz begegnet, schalten Sie auf Alarmstufe Rot! Denn zentral für dynamische Unternehmen ist, dass die Mitarbeiter sich und ihre Arbeit ständig hinterfragen. Und das passiert nicht von allein. Hier muss die Chefetage mit gutem Beispiel vorangehen und eigene Prozesse und Strukturen in Frage und auf den Prüfstand stellen – rigoros und ohne falsche Rücksicht. Nicht einmal, sondern immer und immer wieder. Nur Schritt für Schritt kann man einen Mentalitätswechsel im Unternehmen anstoßen, mehr unternehmerisches Denken in die Köpfe der Belegschaft bringen und damit einen vermeintlich schweren Tanker etwas leichtgängiger machen.

Seien wir ehrlich: Dieses wohlige Gefühl von Sicherheit, das man verspürt, einfach weil alles so ist, wie es immer war – es macht uns träge. Davon kann sich wahrscheinlich keiner von uns freisprechen. Aber: Nur wenn wir Unternehmer als Vorbilder vorangehen und unsere weitere und nähere Umgebung dazu anhalten, uns selbst ständig zu hinterfragen, können wir wirklich Veränderung bewirken. Und das zeigt uns die Krise gerade sehr deutlich: Wer an Veränderung gewöhnt ist, wird durch die jetzige Situation nicht in seinem Handeln gehemmt, sondern zu neuer Kreativität angespornt. So hat auch das Team unseres Kunden an einem Strang gezogen, neue Vertriebs- und Produktideen umgesetzt und stellt nun, Corona zum Trotz, wieder die Zeichen auf Wachstum.