Donnerstag, 10.02.2022
Zukunftsmärkte

Die nächste Shopping-Revolution heißt „Social Commerce“

Kaufhaus war gestern, Onlinehandel ist heute, morgen kommt "Social Commerce“. Promis treiben das Geschäft voran. Bis 2025 wird die globale Social-Commerce-Branche dreimal so schnell wie der traditionelle E-Commerce auf 1,2 Billionen US-Dollar anwachsen. In Deutschland setzt vor allem die "Social Chain AG“ auf den Megatrend.
Streamer zeigt Produkte online

Dass soziale Plattformen als Einstieg für Online-Aktivitäten dienen und Nutzer dort Unterhaltungs- und Kommunikationsangebote konsumieren, hat die Pandemie besonders deutlich gezeigt.

Der Online-Einzelhandel boomt. Millionen Deutsche sind inzwischen täglich auf Portalen wie Amazon, Otto, Zalando oder Mediamarkt & Co. unterwegs zum Einkaufen. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend beschleunigt. Der E-Commerce als Teil des Einzelhandels in Deutschland hat nach Angaben des Branchenverbands (BEVH) im Jahr 2021 Waren im Wert von 99,1 Milliarden Euro verbucht. Der Boom erreicht alle Altersklassen: Käufer ab 50 Jahren sind für mindestens die Hälfte aller Einkäufe im Internet verantwortlich. Größte Wachstumstreiber waren im vergangenen Jahr – mit einem Umsatzplus von mehr als 36 Prozent – Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogerieprodukte oder Tierfutter.

 

Social Commerce über Instagram und Co

Noch stärker als der Handel in herkömmlichen Online-Shops wächst derzeit "Social Commerce“ über Plattformen wie Instagram oder TikTok. So hat Reality-TV-Star Kylie Jenner als erste Frau jetzt die Marke von 300 Millionen Followern auf der Online-Plattform Instagram geknackt und verkauft Kosmetik direkt an ihre Fans. In China haben die Live-Streamer Li Jiaqi and Viya in an nur einem Tag einen Rekordumsatz erzielt: Produkte im Wert von drei Milliarden Dollar verkauft. 488 Millionen Menschen schauten zu, wie die Influencer Produkte von Make-up bis Wimperntusche live anpriesen. Der als "Lippenstift-König“ bekannte Streamer Li promotete Kosmetika der Marken L’Oréal, Shiseido, Guerlain oder Esteé Lauder. Allein L’Oréal bescherte der Social-Media-Star zu diesem Event einen Umsatz von umgerechnet 115 Millionen Dollar.

Mit den Prominenten nimmt der Direktverkauf über soziale Medien weltweit massiv zu. Der Umsatz über "Social Commerce“ könnte sich von zuletzt 492 Milliarden Dollar auf bis zu 1,2 Billionen Dollar im Jahr 2025 fast verdreifachen. Das prognostiziert das Beratungsunternehmen Accenture in einer aktuellen Studie. Vor allem die Generationen Y und Z treiben dieses Wachstum voran und werden in diesem Zeitraum voraussichtlich einen Anteil von 62 Prozent an den weltweiten Social-Commerce-Ausgaben tätigen.   
Der Begriff "Social Commerce" umfasst das gesamte Einkaufserlebnis einer Person, von der Produktentdeckung bis hin zur finalen Kaufabwicklung, das auf einer Social-Media-Plattform stattfindet. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Social-Media-Nutzer gaben an, im letzten Jahr einen Social-Commerce-Kauf getätigt zu haben, was nach Einschätzung von Accenture fast zwei Milliarden Social-Commerce-Konsumenten weltweit entspricht.  

Dass soziale Plattformen als Einstieg für Online-Aktivitäten dienen und Nutzer dort Nachrichten, Unterhaltungs- und Kommunikationsangebote konsumieren, hat die Pandemie besonders deutlich gezeigt. Der kontinuierliche Anstieg der Zeit, die sie in sozialen Medien verbringen, unterstreicht den Stellenwert von Online-Plattformen im Alltag. Das beeinflusst auch das Kaufverhalten der Menschen. Plattformen und Marken eröffnet dies neue Einnahmequellen. Es entstehen dynamische Ökosysteme, in dem Plattformen, Marktplätze, soziale Medien und Influencer zusammenspielen.

 

Die Social Chain AG setzt auf den Megatrend

In Deutschland setzt insbesondere die "The Social Chain AG“ auf den Megatrend und gestaltet den Handel der Zukunft mit. Prominenteste Köpfe des Unternehmens sind die beiden Investoren Dr. Georg Kofler und Ralf Dümmel (ein Millionenpublikum kennt die beiden über die TV-Gründershow "Die Höhle der Löwen“). Als Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand, treiben sie das Geschäft voran. Von Food über Beauty und Fitness, bis zu Home & Living reichen die Produktsparten inzwischen. Marken wie Landmann, der älteste deutschen Grillhersteller, werden von klassischen Retail-Marken zu großen D2C-Brands aufgebaut.
Mit eigenen reichweitenstarken Communities von über 86 Millionen Followern weltweit und interdisziplinären Digital-Experten ist der rasch wachsende Konzern inzwischen auf rund 1.400 Mitarbeiter gewachsen und zählt zu den innovativsten Social-Commerce-Unternehmen.

Der Vorstandsvorsitzende Wanja S. Oberhof nennt "Social Commerce“ in einem "The European“-Meinungsbeitrag "die Disruption des Handels:" "Durch soziale Plattformen und die unmittelbare Interaktion zwischen Unternehmen, Influencern, Verbrauchern und Innovatoren kommen die Produktideen im Social Commerce direkt aus der Community. Die Customer Journey beginnt und endet online, auf ein und derselben Plattform. Marktanteile und Followership ersetzen die bisherigen Gatekeeper.“

Oberhof, Dümmel und Kofler sind mit ihrem Unternehmen ziemlich erfolgreich unterwegs - und auch börsennotiert. Die Aktie kostete vor zwei Jahren rund 10 Euro, heute notiert sie bei 25 Euro. Die Marktkapitalisierung hat zwischenzeitlich bereits die Marke von 500 Millionen überschritten. Erste Analysten sagen der "Social Chain“ die Milliarde voraus - damit wäre das Unternehmen das erste deutsche Einhorn des Social Commerce-Megatrends.

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