Dienstag, 31.08.2021

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Versicherungen: Selbstständige sind auf den richtigen Schutz angewiesen.

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Die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige

Bei Selbstständigen sitzt das Geld selten locker. Aber am falschen Ende zu sparen, kann teuer werden. Welche Versicherungen sind privat und fürs Unternehmen sinnvoll?

Es braucht keine Pandemie, damit der Betrieb unerwartet stillsteht. Und es braucht auch keinen Virus, um als ernsthaft erkrankter Unternehmer über mehrere Wochen auszufallen. Es reicht schon, morgen zur falschen Zeit am falschen Ort in einen Unfall verwickelt zu werden.

In beiden Fällen kann die richtige Versicherung dann zur echten Hilfe werden. Vorausgesetzt, man hat vorher den persönlichen Bedarf sauber analysiert. Zu Grunde liegt - vor dem Gespräch mit dem Versicherungsmakler - immer die eigene Analyse. Welchen Gefahren können Leib, Seele und Betrieb realistisch ausgesetzt werden? Welche Schäden kann man selbst tragen? Ab wann rechnen sich in Anbetracht einer möglichen Schadenhöhe monatliche oder jährliche Versicherungsbeiträge? Auch für Versicherungen existiert eine Bedürfnispyramide: Die größten Risiken werden zuerst abgedeckt, danach wird der Schutz je nach Finanzlage aufgestockt.

Wichtig für den Betrieb sind die Betriebs-/ Berufshaftpflichtversicherung und die Sachversicherung/Ertragsausfallversicherung. Die Betriebshaftpflicht tritt ein bei Schäden Dritter, die Sach- und Ertragsausfallversicherung übernimmt Schäden an der Betriebseinrichtung und am Warenbestand. Erst danach folgen die Rechtsschutzversicherung und Versicherungen für betrieblich genutzte Fahrzeuge.

Die wichtigste persönliche Absicherung ist unbestritten die Krankenversicherung, einschließlich einer Pflegeversicherung. Ob gesetzlich oder privat, das ist eine komplexe Frage. Niemand sollte sich von den günstigen Schaufenstertarifen vieler privater Anbieter blenden lassen. Die gelten meist nur für junge, gesunde Menschen und können im Laufe der Jahre teurer als eine gesetzliche Krankenversicherung werden. Zudem bieten die Gesetzlichen im Detail oft mehr Leistungen als die Privaten und Kinder sind kostenfrei mitversichert. Für diese Entscheidung sollten Unternehmer, Unternehmerinnen Zeit budgetieren.

Eine Altersvorsorge tut ebenfalls Not. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine sehr sinnvolle Police sein. Erstens, wenn die Versicherungsbedingungen stimmen und der Anbieter nicht auch einen Job als Bürobote für einen adäquaten Job-Ersatz hält und zweitens, wenn der zu Versichernde keine lange Krankenakte mitbringt. Dann wird die Police entweder sehr teuer oder vermeintliche Folgen aus Vorerkrankungen werden nicht mitversichert. Das geht schnell. Schon ein jugendlicher Rückenschmerz oder Depressionen im Studium können reichen, um in Erstattungs-Schwierigkeiten zu geraten. Der Kunde ist verpflichtet, seine Krankenakte für viele Jahre rückwirkend offenzulegen. Erst nahe der Pyramidenspitze stehen dann eine Unfallversicherung und die Absicherung gegen Arbeitslosigkeit.

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