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Zukunftsmärkte > E-Auto-Industrie Brandenburg

Dreame vs. Tesla: Chinesischer E-Auto-Gigant plant Brandenburger Werk für Luxus-E-Autos

| Markt und Mittelstand Redaktion

Vom Staubsauger zum schnellsten Auto der Welt: Dreame will Tesla in Brandenburg übertrumpfen – doch Flächenmangel und Behörden bremsen die Milliardenpläne aus.

Llänzender Luxus-Sportwagen, rechts die Tesla-Gigafactory, dazwischen ein großes „Baustelle“-Schild auf brachliegendem Land – düstere Wolken am Himmel, symbolisch für Unsicherheit.
Wenn Träume von Superlativen auf die Realität brandenburgischer Flächennutzung prallen, wird der Wettlauf um die Zukunft zur Geduldsprobe.(Foto: MuM/Ki)

27.9.2025: von Markt und Mittelstand

Der chinesische Technologiekonzern Dreame plant den Bau einer Elektroauto-Fabrik in Brandenburg, die das benachbarte Tesla-Werk in Grünheide in den Schatten stellen soll. Die Produktionsstätte soll auf einer Fläche von über 300 Hektar entstehen - deutlich größer als die 230 Hektar, die Tesla aktuell nutzt.

Ambitionierter Zeitplan trifft auf behördliche Skepsis

Dreame, bisher vor allem für Haushaltsgeräte bekannt, will bereits 2027 mit der Produktion von Luxus-Elektrofahrzeugen beginnen. Doch Brandenburgs Landrat Frank Steffen (SPD) dämpft die Erwartungen: „Es würde drei bis vier Jahre dauern, bis hier Baurecht geschaffen werden könnte", so Steffen gegenüber Rbb24.

Die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltet sich schwierig. Das ins Auge gefasste Grundstück bei Fürstenwalde ist mit 230 Hektar zu klein für die Pläne des chinesischen Konzerns. Zudem müsste der Flächennutzungsplan geändert werden, was Bürgerbeteiligung und behördliche Genehmigungen erfordert.

Dreame vs. Tesla: David gegen Goliath?

Während Tesla in Grünheide von einem seit 20 Jahren bestehenden Flächennutzungsplan profitierte, steht Dreame vor erheblichen bürokratischen Hürden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium räumte ein, dass bis 2027 keine Flächen über 100 Hektar zur Verfügung stünden. 

Trotz der Herausforderungen bestätigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Gespräche mit Dreame. Der Einstieg des chinesischen Konzerns könnte die Wettbewerbssituation in Europa verschärfen. Bereits im August verkaufte Tesla auf dem europäischen Markt weniger Fahrzeuge als der chinesische Konkurrent BYD.

Luxus-E-Autos: Markt oder Mythos?

Dreame plant, mit einem Supersportwagen in den Markt einzusteigen, der sich am Bugatti Veyron orientiert und das "schnellste Auto der Welt" werden soll. Branchenexperten sehen diesen Schritt kritisch. „Ich bin skeptisch bei einer Firma, die aus dem Staubsaugerbereich kommt und dann gleich in den Luxusbereich gehen möchte. Das halte ich für verwegen", urteilt Autoexpertin Beatrix Keim gegenüber der Tagesschau.

Fakten kompakt: Dreames E-Auto-Pläne

Unternehmen:

  • Dreame Technology, gegründet 2017 in China

  • bisher auf Haushaltsgeräte (Staubsauger, Rasenmäher, Smart-Home-Produkte) spezialisiert

  • seit August 2025 offiziell Einstieg in die Automobilindustrie angekündigt

Pläne:

  • Bau einer E-Autofabrik in Brandenburg, angeblich „größer als Tesla Grünheide“

  • Produktion von Luxus-E-Autos, inspiriert von Marken wie Bugatti und Rolls-Royce

  • Markteinführung der ersten Modelle ab 2027 vorgesehen

  • Fokus auf den europäischen Markt

Standortfrage:

  • diskutiertes Gebiet: „Vorsorge-Gewerbefläche“ bei Fürstenwalde (Oder-Spree)

  • Fläche: ca. 230 Hektar (Tesla: >300 Hektar)

  • laut Landkreis: zu klein und frühestens in 3–4 Jahren baureif

  • derzeit keine geeigneten Flächen in Brandenburg verfügbar

Politik & Behörden:

  • Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bestätigt Gespräche, bleibt zurückhaltend

  • Wirtschaftsministerium verweist auf Beobachtung der Branchenentwicklung

  • Umweltministerium und Landkreis: bisher keine Anträge eingegangen

Wirtschaftliche Einordnung:

  • Vorteil: Umgehung von EU-Zöllen auf chinesische E-Autos

  • Ziel: Nutzung lokaler Lieferketten, Senkung von Logistikkosten

  • Experte Ferdinand Dudenhöffer warnt vor Euphorie – verweist auf gescheiterte Dyson-Pläne

Kritik & Skepsis:

  • Umweltschützer sprechen von „Ausverkauf Brandenburgs“, befürchten Waldrodungen und Wassermangel

  • Landkreis Oder-Spree: sieht aktuell keinen Platz für eine „Gigafactory“ dieser Größenordnung

  • Experten zweifeln an der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands (hohe Kosten, schwache Infrastruktur)

 

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