Donnerstag, 22.03.2012
Zukunftsmärkte
Solarbranche in der Krise

Ende der fetten Jahre

Die USA verhängen Strafzölle auf chinesische Solarprodukte. In Deutschland sollte das nicht Frage kommen. Es wäre schlicht eine Doppelmoral.

Gerade das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem die freie Marktwirtschaft als eines der höchsten Güter gilt, greift in den Solarmarkt ein. Mit Strafzöllen soll der US-amerikanische Markt vor Billig-Modulen aus China geschützt werden. Mit 2,9 bis 4,7 Prozent werden Module aus Fernost vorerst besteuert. Grund für den Strafzoll ist der Vorwurf, dass die Chinesen die ganze Branche übersubventionieren und so mit Dumpingangeboten den Markt überschwemmen.

Frank Asbeck, Chef der deutschen Solarword, hat den Vorstoß vorangetrieben, um seine Tochtergesellschaft in den USA zu schützen. Die deutsche Solarbranche würde eine solche Steuer sicherlich auch in Deutschland begrüßen. Die Branche sollte aber vorsichtig sein, denn der Vorwurf der USA gegenüber China könnte auch für Deutschland gelten, denn auch hierzulande flossen der Branche Milliarden zu. Anders als in Fernost bekamen aber die Hersteller nicht direkt Geld vom Staat. Über die komfortable Einspeisevergütung wurde der Ausbau gefördert und damit auch die Branche.

Nach zahlreichen fetten Jahren hat die deutsche Solarbranche nun mit der unverzerrten Realität zu kämpfen. Künstliche Marktmechanismen können das nicht oder besser gesagt nicht mehr regeln. Deutsche Solarunternehmen können sich nur selbst retten, indem sie sich beispielsweise neue Märkte suchen. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere ist die Qualitäts- und Technologieführerschaft. Das dürfte doch nicht neu sein, denn damit haben die deutschen Solarunternehmen in den vergangenen Jahren doch immer wieder begründet, warum die Chinesen sie nicht einholen werden.