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Zukunftsmärkte > Trends 2035

Trends 2035: Die stille Revolution auf Dächern, Feldern und Autos

| Markt und Mittelstand / red. | Lesezeit: 1,5 Min.

Nanotechnologie, Mikro-Windkraft und neue Speicherformen treiben die Energieautarkie voran – und verändern die Industrie radikal.

Autobahn der Zukunft
Die neue Stromfreiheit: Wenn Häuser, Autos und Möbel mehr Energie liefern als Konzerne. (Foto: KI)

von Markt und Mittelstand

Autos sind nicht mehr von klassischem Autolack ummantelt, sondern von einer Paste aus Nanopartikeln, die fünf Mikrometer dick auf Metall- und Plastikteile aufgetragen wird. Sie versorgt das Auto mit Strom, der Wirkungsgrad liegt bei mehr als 20 Prozent. Das reicht nicht für komplette Autarkie, liegt aber auf dem Niveau von Silizium-Panels.

In der Landwirtschaft hat der geringere Fleischkonsum die Schweinezucht in vielen Fällen unwirtschaftlich gemacht. Die gut belüfteten Ställe verwandeln sich mittels effizienter Solardächer in ökonomisch attraktive und energieautarke Indoor-Farmen. Dafür wird die Landschaft noch ein wenig verbauter.

Solarflächen auf Feldern sind immer häufiger zu sehen. Auf Flachdächern und Garagen stehen kleine Windkraftwerke, die anders als riesige Windräder keine Rotoren haben. Sie erinnern an aufrecht stehende Heizungsboiler, in denen sich der Wind fängt. Großer Vorteil: Sie erzeugen auch nachts Strom.

Möbelhersteller offerieren Ladeschränke, in denen sich hinter verschlossenen Türen Akkus frischen Strom holen, der immer häufiger aus den Speichern des Hauses kommt. Untergebracht werden sie im Keller oder in größeren Garagen. Noch eine Nummer größer werden die Reservespeicher, die Staaten planen.

Könnte es passieren, dass die Stromentstehungskosten irgendwann bei null sind? Es würde eine komplette Neuordnung der Industrie bedeuten, die derzeit getrennt ist zwischen denen, die Strom produzieren, und jenen, denen die Netze gehören. Deshalb ist 2035 die Frage: Wenn Stromnetze wichtiger sind als Autobahnen, sollten sie dann nicht verstaatlicht werden? 

Schnellüberblick

  • Nanobeschichtete Fahrzeugoberflächen erzeugen Strom mit über 20 Prozent Wirkungsgrad – genug für Teilautarkie, vergleichbar mit Silizium-Panels.

  • Indoor-Farmen statt Schweineställe: Der geringe Fleischkonsum macht Zuchtbetriebe unwirtschaftlich; Solardächer verwandeln die Gebäude in energieautarke Farmflächen.

  • Neue Windkraft-Generation: Kleine, rotorenlose Anlagen auf Garagen und Flachdächern liefern auch nachts Strom.

  • Autarke Haushalte: Möbelhersteller integrieren Ladeschränke, Hausakkus wandern in Keller und Garagen. Staaten planen großskalige Reservespeicher.

  • Struktureller Wandel: Wenn Stromentstehungskosten gegen null gehen, verschiebt sich die Macht – weg von Erzeugern, hin zu Netzbetreibern.

Fokussiere all deine Energie nicht auf das Bekämpfen des Alten, sondern auf das Erschaffen des Neuen.

Sokrates

Trends für 2035

Kann man die Zukunft vorhersagen? Nein. Natürlich nicht. Aber jeder versucht genau das jeden Tag. Wir machen es uns nur nicht bewusst. Ständig entscheiden wir auf der Basis dessen, was wir für den wahrscheinlichsten Verlauf halten.

Wenn es nicht möglich ist, die Zukunft vorherzusagen, wir es jedoch ständig tun, wie hat der Homo sapiens die vergangenen 300.000 Jahre überstanden?

Die Wahrheit ist, wir sind sehr gut im Vorhersagen. Die Digitalisierung der Welt hat die Prophetie des Künftigen allerdings erschwert. Sie hat uns in eine vernetzte Gesellschaft gestoßen, in der unser Handeln mehr Folgen zeigt, die wir außerdem wesentlich intensiver sehen. Und wir bekommen mehr Kritik zu hören an dem, was wir da tun. 

Hier ein paar zu erwartende Trends 2035:

 

Die Doubles kommen: Digital Commons & Personal Twin: Unsere Datenwelt der Zukunft

Klimaoptimismus 2035? Wie Technologie, Märkte und „Damage Tech“ den Wandel treiben

Deutschlands Comeback 2035: Wie Rüstung, E-Mobilität und Robotik die Wirtschaft neu erfinden

Autarke Energie 2035: Die stille Revolution auf Dächern, Feldern und Autos

Zwanzig Trends für Fünfunddreißg - Das Buch

Die Meldung erschien in unserer Print-Ausgabe Markt und Mittelstand im Dezember 2025.

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