Donnerstag, 22.08.2013

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China wird 2017 größter Erdölimporteur sein und damit sogar die USA überholen.

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Erdöl-Import: China 2017 vor USA

Der Erdöl-Import von China soll bis 2020 stark ansteigen. 70 Prozent seines Öls wird das Land dann importieren. Ein Grund dafür sind die positiven Erwartungen für die Automobilbranche von der auch deutsche Unternehmen profitieren.

Bereits 2017 wird China der weltweit größte Erdölimporteur sein und damit die USA überholen. Das geht aus einem Bericht des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie hervor, welcher am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach wird China ab 2020 sogar 500 Milliarden Dollar für den Erdöl-Import aufbringen müssen. Damit schlagen die USA und China unterschiedliche Trends ein: Während der Import-Bedarf Chinas ansteigen wird, werden die Öl-Importe der USA tendenziell abnehmen. Der Tagesbedarf an Erdöl wird in China zwischen 2005 und 2020 um 320 Prozent ansteigen. Dies bedeutet, dass China einen Erdöl-Import von 9,2 Millionen Barrel pro Tag aufweisen wird.

Import aus OPEC-Ländern

Die Konsequenz dieses Trends ist, dass sich die OPEC-Länder verstärkt Richtung China konzentrieren werden. Während momentan noch die USA als einer der wichtigsten Abnehmer von Erdöl aus OPEC-Mitgliedsstaaten gelten, wird 2020 nur noch 33 Prozent der US-Gesamt-Öl-Importe aus OPEC Ländern stammen. 60 Prozent wird aus Kanada stammen. Der  Trend in China geht auch hier in die andere Richtung: Die Rohöl-Importe aus OPEC-Ländern werden bis 2020 von 52 Prozent auf 66 Prozent ansteigen.

Wachsende Automobilbranche stärkt Öl-Import

Als Hauptgrund für den starken Import-Anstieg sehen Experten das erwartete, rapide Wachstum der Automobilbranche in China. Bis 2020 soll es in China 160 Millionen Autos geben, die Zahl wird sich damit im Vergleich zum Jahr 2005 verachtfachen. Dies ist auch für die deutsche Automobilbranche in China interessant, da weiterhin mit einem hohen Verkauf an Neuwagen zu rechnen ist.  Wie das Handelsblatt schrieb, ist China bereits jetzt einer der wichtigsten Märkte für deutsche Automobilverkäufer. Laut einer Studie von Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen, ist zu erwarten, dass  2015 erstmals mehr deutsche Neuwagen in China verkauft werden als in europäischen Ländern.

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