Montag, 06.11.2017

Foto: MarkRubens/Thinkstock/GettyImages

Kein weißer Fleck auf der Landkarte: Kenias Wirtschaft wächst. Das lockt auch deutsche Mittelständler ins Land.

Zukunftsmärkte
Verbesserte und vereinfachte Finanzierung

Erster German Desk auf afrikanischem Kontinent

Kein einfaches Unterfangen für deutsche Mittelständler ist die Finanzierung von Geschäften in Schwellen- und Entwicklungsländern. In Afrika erhalten sie jetzt leichter Zugang zu Finanzierungslösungen.

In Kenia ist das Pilotprojekt der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) in die zweite Runde gegangen: In Nairobi gibt es jetzt auch einen „German Desk“. Die Idee dahinter: Deutsche Firmen erhalten Finanzierungsmöglichkeiten und Marktinformationen bei nur einer Anlaufstelle. Möglich macht das eine Kooperation zwischen einer lokalen Bank und der örtlichen Auslandshandelskammer.

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Ziel dieser German Desks sei es, die Finanzierungslücke für private Firmen zu schließen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern tätig seien, heißt es bei der DEG auf Anfrage. Deutsche Firmen bauten zunächst Handelsbeziehungen mit lokalen Partnern auf, bevor sie in Entwicklungsländern investierten. Oftmals fehle es dann aber gerade dort an einer längerfristigen Finanzierung, heißt es weiter. 

„Zum richtigen Zeitpunkt“

Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef, feiert die Schaffung des German Desks „genau zur richtigen Zeit“. Denn: Auch in Kenia sei eines der größten Hindernisse für den deutschen Handel der Mangel an solider Finanzierung, erklärt er. Mit an Bord sind die Auslandshandelskammer in Nairobi und das lokale Geldhaus I&M Bank. Unterstützung für das Projekt kommt zudem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hilfestellung leistet die Initiative bei der Einrichtung eines Kontos, der Bereitstellung von Darlehen sowie der Handelsfinanzierung für kenianische Firmen, die Anlagen und Dienstleistungen aus Deutschland einkaufen wollen. 

Kenia ist die größte Volkswirtschaft in Ostafrika. 2015 erreichte die Wirtschaft ein Wachstum von 5,6 Prozent. Die Weltbank prognostiziert für die kommenden Jahre ähnlich starke Wachstumsraten. Ein zweiter German Desk auf dem afrikanischen Kontinent ist laut DEG in Nigeria geplant. Auf asiatischem Boden wird die DEG aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr ihr Beratungsangebot in Indonesien starten.

Der Startschuss für das Projekt fiel bereits im Februar in Peru. Die Reaktion der Mittelständler war laut DIHK durchweg positiv. Über den Service konnten bereits sechs Geschäfte mit einem Finanzierungsvolumen von 1,1 Millionen US-Dollar auf den Weg gebracht werden, darunter für den Kunden eines deutschen Baumaschinenherstellers, heißt es seitens des DIHK.