Mittwoch, 16.05.2012
Zukunftsmärkte
Neue Exportpartner

Export in EU nimmt ab

Die deutschen Exporte in die EU-Mitgliedstaaten haben ein 20-Jahres-Tief erreicht. Um zu bestehen, müssen Unternehmen in anderen Ländern Fuß fassen.

59,2 Prozent der deutschen Exporte gingen im Jahr 2011 in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit 20 Jahren. 2007 lagen die deutschen Exporte in die EU noch bei 64,6 Prozent.

Traditionelle Exportpartner verlieren

Die traditionellen Handelspartner Deutschlands, wie die EU-Mitgliedstaaten oder auch die Vereinigten Staaten, verlieren deutlich an Bedeutung. Die Exporte in die USA lagen 2007 bei einem Anteil von 7,6 Prozent, im Jahr 2011 nur noch bei 7,0 Prozent. Grund dafür ist die Globalisierung, die die Erschließung neuer Märkte ermöglicht.

Vor allem bei den bevölkerungsreichen Ländern mit schnell wachsenden Märkten, den BRIC-Staaten (gewann Deutschland in den vergangenen fünf Jahren als Handelspartner an Bedeutung. Am stärksten stieg die Nachfrage nach deutschen Waren in China: Im Jahr 2007 lieferten deutsche Unternehmen 3,1Prozent ihrer Exporte dorthin, im Jahr 2011 lag der Anteil bei 6,1 Prozent. Der Anteil der Exporte in die Russische Föderation stieg von 2,9 Prozent im Jahr 2007 auf 3,2 Prozent im Jahr 2011. Die Exporte nach Brasilien stiegen von 0,7 Prozent auf 1,1 Prozent und jene nach Indien von 0,8 Prozent auf 1,0 Prozent.

In neue Exportmärkte investieren

Insgesamt lieferten die deutschen Exporte im 1. Quartal 2012 positive Impulse für das Bruttoinlandsprodukt, das mit 0.5 Prozent stärker stieg als von Experten erwartet. Hier waren die Exporte in die USA und nach China Wachstumstreiber. Um in den neuen Exportmärkten zu bestehen, müssen Unternehmer nun dort tätig werden. So fordert beispielsweise der Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug vom Mutterkonzern General Motors in den Export zu investieren: "Wenn sie heute nichts tun, um in vier bis fünf Jahren außerhalb von Europa Erfolg zu haben, dann bleiben sie im europäischen Markt eingeschlossen", sagte er der Zeitung Automobilwoche.

Quellen: Welt, Automobilwoche, Statistisches Bundesamt, Saarbrücker Zeitung, Markt und Mittelstand

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