Dienstag, 18.03.2014
Export Asien

Thinkstock / Getty Images

Der Hafen von Hongkong: Exporte nach Asien stehen im außereuropäischen Handel bei deutschen Unternehmen an erster Stelle.

Zukunftsmärkte
HSBC Trade Confidence Index wandert nach oben

Export in Schwellenländer: Unternehmen optimistisch

Lokale Turbulenzen hin oder her: Der generelle Erwartungstrend für Geschäftschancen in Schwellenländern zeigt nach oben. Was bis 2030 zu erwarten ist.

Abseits der für deutsche Mittelständler in Russland momentan unübersichtlichen Lage bleiben die generellen Erwartungen für Unternehmenswachstum in Schwellenländern positiv. Deutsche Unternehmen sind schon jetzt stark im Ausland aktiv und blicken hinsichtlich des Handels mit neuen Märkten sogar noch optimistischer in die Zukunft als noch vor 6 Monaten. Dies zeigt der aktuelle Trade Confidence Index von HSBC, für den rund 300 deutsche Unternehmen befragt wurden.

Der Indexwert stieg von 101 im ersten Halbjahr 2013 auf 108 im zweiten Halbjahr. Weltweit liegt der Wert aktuell bei 113. Ein Wert oberhalb von 100 signalisiert eine positive Entwicklung und somit eine Ausweitung der Handelsaktivitäten der Unternehmen. Zwei Drittel der Studienteilnehmer erwarten einen Anstieg der Handelsströme ihres Unternehmens.

Top-Export-Märkte China und Indien

Momentan sind zwei Drittel der Waren hiesiger Unternehmen noch für andere Länder Europas bestimmt. Die einheitliche Währung, niedrige Handelsbarrieren sowie harmonisierte Gesetze erleichtern den Unternehmen das Geschäft. Allerdings ist für 40 Prozent der Befragten klar, dass die Schwellenländer die größten Wachstumschancen für ihr Geschäft bieten. Vor allem in den Schwellenländern Asiens sehen deutsche Unternehmen das größte Wachstumspotential. China und Indien sind dabei jene zwei Märkte, in denen die Experten die größten Export-Steigerungsraten erwarten. Von aktuell 5 Prozent soll der Anteil deutscher Exporte nach China bis 2030 auf das Doppelte anwachsen. Bis dahin sollen die Export-Wachstumsraten in den Mittleren Osten sowie Nordafrika jene Lateinamerikas überholt haben (siehe Grafik).

Export Entwicklung 2010

China, Indien & Co. bleiben auch bis 2030 die Top-Export-Märkte.

Um von dem Wachstum in den Schwellenländern zu profitieren, müssen Unternehmen allerdings auch einige Hürden überwinden. Vier von zehn Befragten nennen die Währungsschwankungen als erschwerenden Umstand für den Handel mit Emerging Markets. Hinzu kommen Regulierungsvorschriften außerhalb von Freihandelsbündnissen.

High-Tech mit besonders hohem Wachstum

Insgesamt werden den HSBC-Berechnungen zufolge die Exporte deutscher Unternehmen bis 2030 jährlich um etwa 4 Prozent wachsen, die Importe um 5 Prozent. Als Hauptgründe für die positiven Erwartungen werden seitens der befragten Unternehmen eine verstärkte Nachfrage aus den Zielmärkten, vornehmlich nach einfachen und robusten Produkten, sowie firmeneigene Strategien zur Ausweitung ihrer Handelsaktivitäten. Vor allem der Maschinenbau, die Automobil- und die Chemie-Branche sind jene Sektoren, die das Wachstum vorantreiben werden.

Vor allem im High-Tech-Bereich winken besonders hohe Wachstumsraten. Der weltweite Handel mit Hightech-Produkten wird bis 2030 um 9 Prozent und damit überdurchschnittlich stark wachsen. Das generelle weltweite Exportwachstum soll bei etwa 8 Prozent liegen. Aufgrund ihres Fokus‘ auf Medium-Tech und High-Tech sind deutsche Unternehmen sind für diese Entwicklung generell gut gerüstet. „Hohe F&E-Ausgaben von fast 3 Prozent des BIP, eine vergleichsweise hohen Arbeitsproduktivität und eine innovative Geschäftskultur bieten gute Rahmenbedingungen für Unternehmen aus Deutschland“, sagt Martin Vetter-Diez, Head of Global Trade and Receivable Finance bei HSBC. Allerdings machen die Schwellenländer rasch Boden gut, die F&E-Ausgaben steigen kontinuierlich, während jene in etablierten Märkten stagnieren. „Zwar profitieren die entwickelten Volkswirtschaften noch von den Errungenschaften ihres geistigen Eigentums, zu geringe F&E-Investitionen bedrohen jedoch ihren Wettbewerbsvorteil“, sagt James Emmett, Global Head of Trade and Receivable Finance der HSBC.

Der HSBC Trade Confidence Index basiert auf einer Befragung von mehr als 5.500 Exporteuren, Importeuren und Händlern in 23 Ländern.