Mittwoch, 30.01.2019
Hoher Druck: Trotz geopolitischer Konflikte ist der Mittelstand mit seiner wirtschaftlichen Lage zufrieden.

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Hoher Druck: Trotz geopolitischer Konflikte ist der Mittelstand mit seiner wirtschaftlichen Lage zufrieden.

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Mittelstandsbarometer

EY-Studie: Mittelstand trotz Konjunkturschwankungen optimistisch

Das Mittelstandsbarometer von EY schätzt die künftige Geschäftslage der Mittelständler positiv ein. Die Unternehmen seien zufrieden mit ihrer aktuellen Situation und wollten mehr Mitarbeiter einstellen. Dennoch blicken sie laut der Umfrage besorgt auf die Weltwirtschaft.

Konjunkturschwankungen, Fachkräftemangel und neue Regeln im Außenhandel – das sind Schwierigkeiten, die Unternehmen erwarten. Doch laut dem Mittelstandsbarometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) sind von 1500 befragten mittelständischen Unternehmen 65 Prozent mit ihrer derzeitigen Geschäftslage uneingeschränkt zufrieden. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und damit der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2004. Nur drei Prozent sind unzufrieden.

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Auch was die Zukunft angeht, ist der Mittelstand optimistisch. Über die Hälfte der Unternehmen geht von einer Verbesserung aus, nur vier Prozent von einer Verschlechterung. Die Stimmung sei anders als bei Großkonzernen, kommentiert Michael Marbler, Partner bei EY und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Zudem beunruhigen die geopolitischen Spannungen den Mittelstand offenbar deutlich weniger als Großkonzerne. Dies dürfte auch in der stärkeren Orientierung des Mittelstands auf die Binnennachfrage und den europäischen Markt begründet sein.“

 

Der Mittelstand schaut betrübt auf die allgemeine deutsche Wirtschaftslage. Rund jeder Dritte rechnet zwar mit einer Verbesserung, dennoch blicken 16 Prozent negativ in die Zukunft. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Unterschiede gibt es zwischen Ost und West. Während die Zufriedenheit in den ostdeutschen Bundesländern um neun Prozentpunkte sank, stieg der Wert im Westen um sieben Prozentpunkte.

Weniger Investitionen, mehr Beschäftigte

Bei den Investitionsausgaben gibt es nur eine marginale Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Unternehmen gaben 2018 vier Prozentpunkte weniger für Maschinen und Gebäude aus. Im Gegensatz dazu wollen die Betriebe künftig mehr Angestellte beschäftigen. 38 Prozent wollen in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen – das ist der Höchstwert seit Beginn der Studie im Jahr 2004. Laut Marbler könnte insbesondere im Bereich der Digitalisierung und Technologie der Fachkräftemangel die Suche nach fehlenden qualifizierten Mitarbeiter erschweren.

Trotz wirtschaftlicher Risiken wie dem Brexit und der neuen Zollverordnungen in China geht Marbler von einem Konjunkturaufschwung aus. Er mahnt dennoch zur Vorsicht: „Die Konjunkturerwartungen der Mittelständler fallen deutlich zurückhaltender aus als die eigenen Umsatzprognosen – das sollte zu denken geben. Tatsächlich ist es wichtig, die Risiken ernst zu nehmen und nicht davon auszugehen, dass der Aufschwung ungebremst anhält.“