Mittwoch, 08.08.2018
Wie geschmiert: Für den deutschen Maschinenbau sind die USA ein wichtiger Export-Markt. Strafzölle und Handelshürden gefährden das Geschäft vor Ort.

Fotoquelle: kadmy/Thinkstock/Getty Images

Wie geschmiert: Für den deutschen Maschinenbau sind die USA ein wichtiger Export-Markt. Strafzölle und Handelshürden gefährden das Geschäft vor Ort.

Zukunftsmärkte
PwC-Umfrage

Handelskrieg belastet deutschen Maschinenbau

Seit Jahren trotzte der deutsche Maschinenbau allen globalen Widrigkeiten – und wuchs scheinbar unaufhaltsam. Nun aber holt die Realität die Branche ein: In einer aktuellen Umfrage korrigieren Maschinenbauer ihre Umsatzerwartungen wegen Strafzöllen und Handelskrieg nach unten.

Die geowirtschaftspolitischen Unsicherheiten fangen an, auf den deutschen Maschinenbau durchzuschlagen. Nur noch 44 Prozent der Unternehmen der Branche bewerten die globale Konjunkturentwicklung mittlerweile optimistisch, ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Zum Jahreswechsel waren noch zwei Drittel der Befragten guter Dinge gewesen. 

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Als stark exportgetriebene Branche beobachtet der deutsche Maschinenbau Entwicklungen auf dem Weltmarkt sehr genau. Anhaben konnte der Branche in den vergangenen Jahrzehnten dennoch kaum etwas – trotz sich professionalisierender Konkurrenz aus China erzielte die Branche jedes Jahr Rekordumsätze.

Strafzölle spielen US-Anbietern in die Hände

Die Handels- und Strafzollpolitik der USA aber trifft die Maschinenbauer, wo es wehtut. Denn Zölle würden deutsche Produkte für den Verkauf in den USA verteuern und lokalen Anbietern einen Preisvorteil verschaffen. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) importieren die USA etwa ein Drittel ihres Maschinenbedarfs aus dem Ausland.

Die restlichen Anlagen stammen schon jetzt aus nationaler Produktion. Diese Quote könnte steigen - zumal es in etlichen Branchenbereichen ein wettbewerbsfähiges amerikanisches Angebot gibt. Die wichtigsten Exportprodukte des deutschen Maschinenbaus in die USA sind laut VDMA Antriebstechnik, Fördertechnik, Bau- und Baustoffmaschinen und Landtechnik. 

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Schwächeres Wachstum erwartet

Vor dem Hintergrund sich abzeichnender Exporteinbußen haben die deutschen Maschinenbauunternehmen ihre Umsatzerwartungen deutlich nach unten geschraubt, wie das PwC-Maschinenbau-Barometer ebenfalls erhebt. Für die Gesamtbranche prognostizieren die befragten Manager ein Wachstum von 3,8 Prozent im laufenden Jahr, für das eigene Unternehmen 6,2 Prozent. Bei der Befragung im vorigen Quartal hatten die Befragten 4,8 Prozent für die Gesamtbranche und 8 Prozent Zuwachs in ihrem eigenen Unternehmen erwartet.

Das PwC Maschinenbau-Barometer ist die Auswertung einer vierteljährlichen Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus.