Mittwoch, 27.06.2012
Zukunftsmärkte
Handelswege für Unternehmen

Handelsmächte neu verteilt

Die Rangfolge der Länder bei der Handelsmacht wird sich verschieben. Bis 2026 könnten Deutschland und China die USA überholen. Unternehmen sollten aufhorchen.

Die Welt ist bei der Gewichtung der Handelsmacht an einem Wendepunkt angekommen. Deutschland und China werden die USA überholen und bis 2026 die weltweit größten Importnationen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Connections Bericht von HSBC Commercial Banking, der auf einer Prognose des Welthandels bis 2026 beruht und die 25 wichtigsten Handelsländer berücksichtigt.

Die britische Großbank geht davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren die bisher stark exportorientierten Schwellenländer durch den steigenden Wohlstand der Bevölkerung deutlich mehr Waren importieren als exportieren werden. „Für die nähere und fernere Zukunft sind geradezu tektonische Verschiebungen innerhalb der globalen Ökonomie zu erwarten“, sagt Martin Vetter-Diez, Head of Trade und Commodity Trade Companies bei HSBC Trinkaus. „Vor allem China holt gegenüber EU-Exportmärkten seit Jahren rasant auf und belegt inzwischen Rang fünf.“ Auch Brasilien und Indien sind auf Wachstumskurs. Deutschlands wirtschaftliche Zukunft hängt nach Vetter-Diez also „entscheidend von der Bereitschaft und Fähigkeit der Unternehmen ab, die sich bietenden Wachstumschancen auf internationaler Ebene zu ergreifen“.

Neue Handelswege

Für Unternehmen ergeben sich durch die Verschiebung der wirtschaftlichen Verhältnisse hin zu den schnell wachsenden Schwellenländern HSBC zufolge auch neue Handelswege. Bis 2026 wird sich HSBC zufolge dieser Trend fortsetzen. Bei China, Indien und Brasilien ist davon auszugehen, dass in den nächsten  fünf Jahren die Importe die Exporte übersteigen werden. Im Gegensatz dazu, ist dem Report zufolge in den USA, in Großbritannien, in Frankreich und in Spanien eine entgegengesetzte Entwicklung zu erwarten. Die Exporte überträfen dann die Einfuhren. Das schwache wirtschaftliche Umfeld fordere demnach seinen Tribut.

Trotz der aktuellen Turbulenzen in der Weltwirtschaft ist der Bericht vergleichsweise optimistisch über die Aussichten für das Wachstum des laufenden Handels. HSBC geht von einem Anstieg in Höhe von 98 Prozent des Welthandels in den nächsten 15 Jahren aus. Das entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von rund 4,7 Prozent. Allerdings geht die britische Großbank davon aus, dass der Welthandel über die ersten fünf Jahre langsamer wächst. Die Wachstumsrate werde anfangs nur bei 3,7 Prozent liegen, was auf die Schwäche der großen Volkswirtschaften der Welt zurückzuführen ist. Danach erwartet HSBC aber wieder ein beschleunigtes Wachstum.