Montag, 06.05.2019

Foto: August Mink

Mink Bürsten in Jebenhausen: Dass der Weltmarktführer für technische Bürsten innovativ ist, zeigt sich auch im Werbeslogen, der lautet: „Think Mink!“

Zukunftsmärkte
Hidden Champions

Wie ein Bürstenhersteller regionale Vorteile nutzt

Mink Bürsten aus der Nähe von Stuttgart hatte noch 1975 kaum mehr als ein Dutzend Angestellte. Dann änderte das Unternehmen seine Strategie. Heute ist Mink Weltmarktführer für technische Bürsten und beschäftigt rund 460 Mitarbeiter. Auch der Standort ist ein Erfolgsfaktor.

Im Gewerbegebiet Jebenhausen Süd bei Göppingen stehen mehrere weinrote Fabrikhallen auf der grünen Wiese. Sie gehören zum Mittelständler August Mink, einem Hersteller von technischen Bürsten. Der Hidden Champion beschäftigt rund 460 Mitarbeiter und setzt gut 50 Millionen Euro um, wovon rund 8,5 Prozent in die Entwicklung neuer Produkte fließen. Die wiederum kommen bei weltweit 20.000 Kunden aus 60 Branchen zum Einsatz.

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Technische Bürsten lassen sich für die Strukturierung von Oberflächen, das Entgraten von Autofelgen aus Aluminium, das Abdichten von Serverschränken, den schonenden Transport von empfindlichen Bauteilen, das Breitstrecken von Folien oder das Ableiten von elektrostatischen Aufladungen einsetzen. Der Variantenreichtum an Walzen-, Teller- oder Leistenbürsten ist enorm und es gibt für fast alles eine Lösung. Das Standardportfolio von Mink umfasst mehr als 120.000 Varianten – und es kommen ständig neue hinzu. So hat das Unternehmen für einen Großproduzenten von Eiern, der beim Abtransport einen hohen Ausschuss hatte, eine spezielle Bürste ausgetüftelt, die die Eier sanft auffängt und während des Weitertransports dreht.

Info

Das Magazin „ExportManager“, das wie „Markt und Mittelstand“ zu Frankfurt Business Media – Der F.A.Z.-Fachverlag gehört, veranstaltet am 22. Oktober in Mannheim den „Tag der Exportweltmeister“. Zugelassen sind nur Vertreter exportierender Unternehmen – das garantiert effizientes Networking und praxisnahe Diskussion. Weitere Infos und Anmeldung auf der Veranstaltungswebseite.

Politik kümmert sich um Mittelständler

Dabei hilft dem Unternehmen auch der Standort in der Region Stuttgart, in der die Dichte von Maschinenbauunternehmen besonders hoch ist. Der größte deutsche Kunde von Mink Bürsten ist nur eine Autostunde entfernt. Man trifft sich regelmäßig, man kennt sich, man schätzt sich. Dasselbe gilt in gewisser Weise auch für die Konkurrenz. Durch die Cluster-Struktur sind die Unternehmen permanent gefordert, sich weiterzuentwickeln und ihre Produkte zu verbessern. Eine Win-win-Situation. Die höchste Hochschuldichte Europas versorgt die Unternehmen mit „frischen“ Innovationen aus der Forschung und bildet die notwendigen Fachkräfte aus. Treffen diese Faktoren dann auch noch mit schwäbischem Tüftlergeist zusammen, sind die Aussichten für stetiges Wachstum und Fortschritte gut.

Last but not least hat auch die Politik Anteil an dem Erfolg von Mink Bürsten und anderen Unternehmen aus der Region Stuttgart. Die Politiker im Ländle haben den Ruf, sich mehr um die Sorgen und Nöte der Mittelständler zu kümmern, als in anderen Bundesländern. Dem Drängen der regionalen Unternehmerschaft ist es auch zu verdanken, dass sich in den vergangenen Jahren die Verkehrsinfrastruktur verbessert und die Digitalisierung forciert wurde. Auch Mink Bürsten hat einen direkten Draht zu den Entscheidern. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hat das Unternehmen bereits besucht und anlässlich der Industrieschau Hannover Messe im April hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit rund einem Dutzend Ausstellern zu einem Mittagessen getroffen. Auch Vertreter von Mink saßen am Tisch.