Donnerstag, 20.09.2012
Zukunftsmärkte
Automobilindustrie

Hohe Nachfrage in Mexiko und Russland

Die Automobilbranche entwickelt sich gut in den wichtigsten Wachstumsmärkten. Besonders in Mexiko und Russland machen Autobauer und –zulieferer gute Geschäfte. In Indien und China fallen die Zuwächse im Vergleich zu den Vorjahren dagegen mager aus.

Die mexikanische Automobilindustrie dürfte 2012 einen neuen Produktions- und Exportrekord aufstellen, prognostizieren die Experten der Standortgesellschaft Germany Trade and Invest. Der Binnenmarkt wächst sehr stark, sodass der Inlandsabsatz von Kfz und leichten Nutzfahrzeugen in diesem Jahr noch die 1-Million-Marke überschreiten könnte. Mit dem Einstieg weiterer Hersteller in der Markt, darunter Audi und BMW, dürfte sich dieser Trend in Zukunft noch fortsetzen.

Der mexikanische Verband der Automobilindustrie AMIA hatte zunächst ein Wachstum von 7,6 Prozent auf 975.000 Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwartet und angegeben, dass die 1-Million-Marke erst 2013 wieder erreicht werden könnte. Diese Prognose konnte für die erste Jahreshälfte nun deutlich nach oben korrigiert werden.

Russland: Kfz-Markt ist Zugpferd der Wirtschaft

Auch für den Kfz-Absatz in Russland sind die Prognosen hervorragend. Die Association of European Businesses rechnet mit einem Absatz von über 2,8 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.  In der ersten Jahreshälfte stieg der Absatz um 14 Prozent auf 1,4 Millionen Stück. Die Produktionskapazitäten innerhalb Russlands sollen zukünftig ausgebaut werden. Zwar sinken im Rahmen des Beitritts der Russischen Föderation zur WTO die Einfuhrzölle auf Kraftfahrzeuge, aber dafür sollen für importierte Pkw und Lkw neben dem Zollsatz auch eine Abwrackgebühr verlangt werden.

Indien: sinkende Nachfrage nach Kfz

Die Nachfrage nach Autos ist in Indien indes abgeflaut. Im letzten Finanzjahr wurden dort nur knapp 5 Prozent mehr Autos verkauft als in der Vorjahresperiode – wenig für die erfolgsverwöhnte indische Automobilindustrie. Schuld an der sinkenden Nachfrage sind hohe Benzinpreise, steigende Zinsen sowie die schwache Wirtschaftsentwicklung. Außerdem setzt die Wechselkursschwäche der indischen Rupie gegenüber dem Dollar, Euro und Yen die Autohersteller unter Druck, da Zuliefererteile sich verteuern.

Der Automobilfachverband Society of Indian Automobile Manufactuerers erwartet für das kommende Jahr eine Zunahme des Pkw-Absatzes von 11 bis 13 Prozent.

China: Pkw top, Nutzfahrzeuge flopp

Auch in China fiel das Plus zuletzt deutlich geringer aus als erwartet. In den ersten beiden Monaten 2012 ging die Kraftfahrzeugproduktion sogar um 1,9 Prozent zurück. Zur Jahresmitte holte der Ausstoß allerdings auf. Laut Gtai-Informationen belief sich der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,2 Prozent auf 1,6 Millionen Stück.

Auffällig ist, dass die Pkw-Produktion in den ersten fünf Monaten des Jahres deutlich um 7,1 Prozet auf 6,3 Millionen Einheiten zulegen konnte, während die Nutzfahrzeuge mit -9,3 Prozent auf rund 1,7 Millionen Stück im Minus lagen.

Türkei: Europa bremst türkischen Absatz

Für die erste Jahreshälfte meldet die türkische Autoindustrie einen Rückgang im Neuwagengeschäft um 360.000 Stück zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aber auch hier werden für die zweite Jahreshälfte deutlich bessere Zahlen erwartet. Insgesamt dürften die Autounternehmen auf einen Absatz um die 800.000 Einheiten kommen.

Ursache für die Rückgänge in der ersten Jahreshälfte dürften in der generellen Zurückhaltung bei der Anschaffung langlebiger Konsumgüter und höhere Steuern beim Kauf eines Kfz in der Türkei sein.

Quellen: Markt und Mittelstand, gtai, SIAM, Aeb, AMIA