Donnerstag, 01.08.2013
Die osteuropäischen Regionen werden immer beliebter unter deutschen Unternehmen.

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Die osteuropäischen Regionen werden immer beliebter unter deutschen Unternehmen.

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Immer mehr deutsche Unternehmen investieren nach Osteuropa

Deutsche Unternehmen haben über die letzten Jahre zunehmend in osteuropäischen Staaten investiert. Aufgrund der Nähe zu Deutschland, der niedrigen Arbeitskosten und des wirtschaftlichen Aufschwungs bietet die Region auch in Zukunft Potenzial für, aber es ist auch Vorsicht geboten.

Eine stetig wachsende Zahl an deutschen Unternehmen hat in den vergangenen Jahren in osteuropäischen Staaten investiert und diese in ihre Wertschöpfungskette integriert. Auch in Zukunft wird der osteuropäische Raum eine konstant wichtige Rolle spielen, denn mit der Nähe zu Deutschland, den niedrigen Arbeitskosten und dem wirtschaftlichen Aufschwung im vergangenen Jahrzehnt bietet die Region viele Potenziale und Chancen für deutsche Unternehmen. Das ist das Ergebnis der Trendstudie zur „industriellen“ Zukunft von vier osteuropäischen Regionen im Jahr 2020 von ROI Management Consulting. Dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen mit der Entwicklung zufrieden ist,  bestätigen auch die regelmäßigen Umfragen zur Standortqualität der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK).

Die Handelsbeziehungen zwischen EU-Staaten und Osteuropa steigen

Die Studie ergab, dass Osteuropa bereits heute zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands zählt. Außerdem ist zu erwarten, dass die Intensität der Handelsbeziehungen weiter steigt. Denn die meisten Länder der ersten EU-Osterweiterung (Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Ungarn, Litauen, Lettland, Estland) haben inzwischen sowohl die notwendige Infrastruktur, als auch hochqualifizierte Mitarbeiter und einen wachsenden Binnenmarkt. Die Ausweitung der Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten geht Hand in Hand mit dem Aufbau von Vertrieb und Kundendienst. Diese Entwicklung wird auch sichtbar, wenn man die Auslandsinvestitionen der deutschen Unternehmen betrachtet. Gerade im Fahrzeugbau fällt knapp ein Viertel aller deutschen Auslandsinvestitionen auf Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn.

Osteuropa kämpft gegen Korruption und Fachkräftemangel

Ein Risiko stellt jedoch die mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften dar. Es fehlt vielerorts an Spezialisten im gewerblich-technischen Bereich – trotz teilweise hoher Arbeitslosigkeit. Weniger zufrieden sind die deutschen Unternehmen außerdem in der gesamten osteuropäischen Region mit der Verwaltung sowie der Rechtssicherheit. Auch in Bezug auf die Korruptionsbekämpfung vor Ort sind noch Fortschritte nötig. Weiters erschwerten unter anderem die sich ständig ändernden Zoll- und Einfuhrvorschriften für wechselnde spezifische Produkte den Warenaustausch beispielsweise in Russland. Das Land ist zwar weiter ein attraktiver Markt, macht es den Unternehmen jedoch gerade beim Markteinstieg nicht leicht.