Montag, 28.11.2016
Lebenswichtig: Für viele Inder ist Bargeld das einzige Zahlungsmittel.

Foto: naveen0301/Thinkstock/Getty Images

Lebenswichtig: Für viele Inder ist Bargeld das einzige Zahlungsmittel.

Zukunftsmärkte
Besserer Zugang zu Ausschreibungen

Indien: Bargeldreform für Mittelstand von Vorteil

Mit einer großen Bargeldreform will die indische Regierung die Schattenwirtschaft bekämpfen. Klappt das, profitieren unter anderem deutsche Unternehmen, die vor Ort Geschäfte machen.
Deutsche Unternehmen könnten von der radikalen Bargeldreform in Indien profitieren. Das sagten mehrere Beratungsunternehmen im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Mitte November hatte die indische Regierung alle großen Geldscheine für ungültig erklärt. Neue Scheine werden gemäß der neuen Regelung nur ausgegeben, wenn das alte Bargeld zuvor auf ein Konto eingezahlt wird.

In der Bevölkerung hatten die Pläne für Kritik gesorgt. Denn viele Inder leben ohne reguläre Arbeit – für sie ist Bargeld das einzige Zahlungsmittel. Mit der Reform möchte Premierminister Narendra Modi der weitverbreiteten Korruption im Land entgegenwirken. Gelingt ihm das, erhielten diejenigen Firmen einen Wettbewerbsvorteil, die sauber arbeiteten, sagte etwa Rahul Oza, Leiter der Indien-Niederlassungen von Rödl & Partner. Vor allem öffentliche Ausschreibungen würden durch die Reform für ausländische Firmen einfacher zugänglich.

In den ersten Wochen hat die Reform jedoch für Chaos gesorgt. Nach Medienberichten waren die Schlangen an den Geldautomaten so lang, dass die Menschen zum Teil länger als zwölf Stunden warten mussten. So gefährde Modi seine Wählerbasis, sagen Kritiker.