Freitag, 15.01.2016
In Deutschland werden Dächer schon vielfach für die Erzeugung von Solarstrom genutzt. Auch Indien will diese Flächen nun stärker nutzen.

Bildquelle: tzahiV/Thinkstock/Getty Images

In Deutschland werden Dächer schon vielfach für die Erzeugung von Solarstrom genutzt. Auch Indien will diese Flächen nun stärker nutzen.

Zukunftsmärkte
Aufbau von Photovoltaik-Dachanlagen

Indien fördert Solarstrom mit Milliardenprogramm

100 GW Solarstrom-Kapazitäten will Indiens Regierung bis 2022 aufbauen. Die dafür jetzt aufgestockten Fördergelder bringen auch für deutsche Hersteller Fahrt in den Markt.
Für Hersteller von Solarmodulen und –technik ergeben sich in Indien neue Geschäftschancen. Bis zum Jahr 2022 sollen Solarstrom-Kapazitäten von 100 GW entstehen. Vor allem Dächer von Privathäusern hat die indische Regierung als nutzbare Fläche für Solarkollektoren identifiziert.

Um den Aufbau voranzutreiben, hat das Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) nun neue Fördergelder freigemacht. 50 Milliarden Rupien sollen in den Bau von Photovoltaik-Dachanlagen fließen, umgerechnet 690 Millionen Euro. Zuvor war der Fördertopf mit nur 6 Milliarden Rupien gefüllt.

Solarstrom-Anlagen auf Privatdächern

Vor allem für die Installation von Solaranlagen auf Privathäusern können die Fördermittel genutzt werden. Auch die Betreiber öffentlicher Gebäude wie Krankenhäuser und Schulen können die Förderung in Anspruch nehmen. Von den Mitteln des Fördertopfes ausgeschlossen sind dagegen Gewerbe- und Industriebetriebe. 

 

 

Für die Inanspruchnahme der Fördermittel gelten in jedem indischen Bundesland andere Regeln. In einigen dürfen Hausbesitzer 70 Prozent der Kosten ihrer Solardachanlage mit Regierungsgeldern decken, in anderen nur 30 Prozent. Woher die verwendeten Solarstromanlagen kommen, ist nicht vorgeschrieben.

Zollfreier Import von Solarmodulen nach Indien

Der Großteil der in Indien verwendeten Solarmodule und –technologie wird derzeit aus China importiert. Auch Produkte aus europäischer und amerikanischer Herstellung genießen ein hohes Ansehen. Zudem sind sie preislich günstig zu erwerben. Denn ausländische Solar-Komponenten sind bei Einfuhr vom indischen Zoll befreit. 

 

 

Die Aufstockung der Fördermittel ist ein wichtiges Signal für den indischen Strommarkt, der noch zu einem großen Anteil auf fossile Quellen angewiesen ist. Erst im Herbst 2015 hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel Indien finanzstarke Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien zugesagt. Die Absatzchancen für Solartechnik auf dem Subkontinent dürften daher schon bald beträchtlich zunehmen.