Montag, 24.09.2012
Zukunftsmärkte
Investitionen

Indien öffnet sich ausländischen Investoren

Mit einem umfangreichen Reformpaket will die indische Regierung den heimischen Markt ausländischen Direktinvestitionen besser zugänglich machen. Vor allem im Handel, Energiesektor und in der Luftfahrt soll Investoren deutlich mehr Zugang verschafft werden.

Positive Signale erreichen ausländische Direktinvestoren derzeit aus Indien. Die Regierungskoalition um Premier Manmohan Singh kündigte im September ein ganzes Reformpaket an, das das abgeflaute Wirtschaftswachstum stimulieren und das Haushaltsdefizit des Landes abbauen soll. Dafür wird nun eine massive Öffnung der heimischen Märkte für ausländische Investitionen angestrebt. Vor allem der Einzelhandel, der Energiesektor, indische Fluggesellschaften sowie die staatlichen Sendeanstalten sollen für ausländisches Geld attraktiver werden. Auch der indische Versicherungsmarkt wird für Investitionen aus dem Ausland geöffnet.

Indien will das Investitionsklima deutlich verbessern

Eine Senkung der Quellensteuer auf Zinszahlungen an ausländische Kreditgeber von 20 auf 5 Prozent soll die Investitionstätigkeit ankurbeln. Die Lockerungen der Bestimmungen über die maximal zulässige Belastung bei Fremdfinanzierungen sollen den Kapitalfluss aus dem Ausland in den indischen Aktienmarkt vereinfachen.
Die oftmals als problematisch angesehene Lokalisierungsquote von 30 Prozent für Einzelhändler soll laut den Reformplänen gänzlich abgeschafft werden. Das bedeutet, dass ausländische Unternehmen nun nicht mehr mindestens 30 Prozent ihres Warenangebots aus kleinen und mittleren Betrieben beziehen müssen. Zudem soll Mehrmarkeneinzelhändlern nun erstmals die Investition in Indien ermöglicht werden. Diese dürfen Hypermärkte oder Kaufhäuser betreiben, müssen dabei aber die Beschränkung des ausländischen Kapitals auf 51 Prozent beachten.

Reformen stoßen auf heftige Kritik

Vor allem die Öffnung des Einzelhandels wird jedoch in Indien noch kontrovers diskutiert. Einerseits erhofft sich die Regierung durch die Maßnahmen eine Modernisierung des Sektors, andererseits wird aber auch der Untergang kleiner Familienunternehmen und der Verlust von Arbeitsplätzen gefürchtet.
Eine Gesetzesgrundlage für die Reformen soll schon bald geschaffen werden. Inwieweit diese erfolgreich umgesetzt wird, bleibt fraglich. Der Koalitionspartner Trinamool-Partei hat bereits ihre Unterstützung des Reformprojekts abgesagt. Mithilfe zweier kleiner Oppositionsparteien ließen sich die Reformen womöglich aber doch umsetzen.

Quelle: gtai, aktiencheck.de, Markt und Mittelstand