Mittwoch, 06.03.2013
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Indonesien will Weltwirtschaft mit Handelsabkommen stärken

Deutschland soll von einem Freihandelsabkommen mit Indonesien profitieren. Die Politik drängt auf einen Vorstoß. Bundeskanzlerin Angela Merkel befürchtet, international abgehängt zu werden.

Im vergangenen Jahr hatte der Handel zwischen Indonesien und Deutschland ein Volumen von fast sieben Milliarden Euro. Nach Angaben des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hatten deutsche Unternehmen 2010 rund 1,4 Milliarden Euro direkt in Indonesien investiert, 2011 war die Summe um fast eine halbe Milliarde Euro gestiegen.
Indonesien gehört der „Asean“-Gruppe an, in der sich südostasiatische Länder zusammengeschlossen haben. Indonesien stellt dabei mit 200 Millionen Einwohnern die größte Volkswirtschaft.

Indonesien will umfassendes Handels- und Investitionsabkommen

Angestoßen hat die Debatte um das neue Freihandelsabkommen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hatte sich mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono in Berlin getroffen und für ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen geworben. Yudhoyono hatte sich ebenfalls für den Vorstoß ausgesprochen. Er erhofft sich davon, dass sich der Welthandel erholt und das Wachstum gesteigert werden kann.
Derzeit sind nach Einschätzung der Kanzlerin die Verhandlungen der Europäischen Union mit Indonesien und „Asean“ ins Stocken geraten. Sie befürchtet, dass dies Nachteile für Unternehmen im weltweiten Wettbewerb und für das Wachstum bringen könnte.

Indonesien nur ein Verhandlungspartner

Die EU hat bis heute lediglich ein Freihandelsabkommen mit dem Asean-Mitglied Singapur abgeschlossen; mit Vietnam und Malaysia stehen die Partner in Verhandlungen. Mit Thailand sollen demnächst Gespräche beginnen. Neben Abkommen mit asiatischen stehen auch solche mit einzelnen südamerikanischen Staaten an oder wurden bereits geschlossen.
Das ist eine Kehrtwende in der EU-Wirtschaftspolitik. Zuvor hatten die Verhandlungspartner vor allem auf Abschlüsse in der Doha-Welthandelsrunde oder mit einzelnen Regionen zur Förderung von Wachstum gesetzt.

Freihandelsabkommen zwischen Indonesien und China

China hat hingegen bereits ein Freihandelsabkommen mit allen Asean-Staaten, also auch Indonesien, abgeschlossen und profitiert von den offenen Märkten.
Konkurrenz für die EU beim internationalen Handel kommt momentan vor allem aus den USA und aus China. Die EU und die USA wollen demnächst darüber verhandeln, wie Handel und Investitionen in den beiden größten Wirtschaftsräumen geordnet werden können. Die gelähmte Weltwirtschaft soll von zusätzlichem Freihandel profitieren.

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