Mittwoch, 20.06.2012
Zukunftsmärkte
Entwicklungsländer

Infrastrukturinvestitionen gefragt

Entwicklungsländer benötigen 851 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Modernisierung der Infrastruktur. Internationale Privatinvestoren sind gefragt.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer brauchen moderne und effiziente Infrastrukturen, um weiter zu wachsen. Vor allem in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung, in der Telekommunikation- und in der Transportbranche gibt es Nachholbedarf. 145 Länder mit niedrigem und mittlerem Bruttonationaleinkommen benötigen Investitionen in Höhe von 851 Milliarden US-Dollar jährlich, um ihre Infrastruktur zu modernisieren. Andernfalls entwickelt sich die lokale Wirtschaft nicht weiter. Das sind die Ergebnisse der Roland Berger-Publikation "Profit through progress", die im Rahmen des G20-Gipfels in Mexiko vorgestellt wurde.

Chancen für Investitionen

Der Produktivitätsverlust beträgt rund 45 Prozent durch fehlende Infrastrukturinvestitionen. Internationale Privatinvestoren halten sich aus Angst vor unkalkulierbaren Risiken zurück. Doch hier liegt die Chance für neue Investitionen. Das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern liegt mit  5 Prozent in Asien und 4 Prozent in Afrika, dem Nahen Osten und in Lateinamerika relativ hoch. Zwischen 70 und 80 Prozent der großen Infrastrukturprojekte liegen weltweit in öffentlicher Hand. Hier liegen die Chancen für internationale Privatinvestoren. Sie können helfen und ihr eigenes Geschäft vorantreiben. Aus Angst vor unkalkulierbaren Risiken halten sie sich jedoch zurück. „Eine stärkere Beteiligung internationaler Investoren an wichtigen Infrastrukturprojekten ist dringend erforderlich, um Wachstum und Wohlstand vieler Länder zu garantieren“, sagt Charles-Edouard Bouée  Partner und Mitglied der weltweiten Geschäftsführung von Roland Berger Strategy Consultants. „Dabei sollten Unternehmen ihre Angst vor großen Risiken überwinden, die zum Teil vollkommen unbegründet ist.“

Ansatzpunkte für Unternehmen

60 Prozent der Bevölkerung in Afrika verlieren aufgrund mangelnder Infrastruktur den Zugang zu sauberen Wasserquellen. In Südostasien sind es 88 Prozent und in Zentralasien 95 Prozent der Bevölkerung. Mangelhaft ist auch die Elektrizitätsversorgung: In der Region südlich der Sahara haben nur 30 Prozent der Menschen einen Stromanschluss, in Südostasien 62 Prozent und in Lateinamerika 93 Prozent.

Quelle: Roland Berger, Markt und Mittelstand

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