Montag, 04.07.2016
Der Bedarf an Autos und Maschinen im Iran beschert deutschen Unternehmen satte Aufträge. Nun können sie ihre Exporte auch wieder über Hermesdeckungen absichern.

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Der Bedarf an Autos und Maschinen im Iran beschert deutschen Unternehmen satte Aufträge. Nun können sie ihre Exporte auch wieder über Hermesdeckungen absichern.

Zukunftsmärkte
Weitere Hürde gefallen

Iran-Handel: Hermesdeckung für Exporte wieder möglich

Deutsche Firmen können ihren Iran-Handel wieder über Hermesdeckungen absichern. Darauf hatte der Mittelstand schon seit einem halben Jahr gewartet.
Deutsche Firmen können ihre Exporte in den Iran wieder über sogenannte Hermesdeckungen absichern. Damit wächst die Verlässlichkeit des Iran als Exportmarkt für deutsche Mittelständler. Mit den Hermesdeckungen garantiert der deutsche Bund gegenüber exportierenden Firmen, dass ausländische Kunden die gelieferte Ware bezahlen. Zahlt der Abnehmer im Zielland nicht, springt der Bund ein und erstattet dem Exporteur den Verlust.

Obwohl die Geschäfte mit dem Iran bereits seit Januar wieder laufen, hatte der Bund Exportkreditgarantien für den Absatzmarkt bisher nicht gewährt. Grund waren Altschulden des Iran gegenüber der Bundesrepublik in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.

Über die Übernahme von Exportgarantien bei Lieferungen in den Iran könne erst entschieden werden, wenn diese Schulden beglichen worden seien, sagte ein Euler-Hermes-Sprecher noch im April. Euler Hermes ist von der Bundesregierung mit dem Management der Exportgarantien beauftragt.

Bund gibt Exportgarantien für Iran-Handel frei

Anträge auf Hermesdeckung hatte die Bundesregierung bereits seit dem sogenannten Implementation Day Mitte Januar angenommen, als die Sanktionen gegenüber dem Iran offiziell fielen. Die Anzahl der Eingänge hätte das große Interesse der deutschen Wirtschaft an Geschäften mit dem Iran gezeigt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Nun hat der Iran diese Schulden zurückgezahlt. Das sei ein „weiterer wichtiger Schritt“, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu beleben, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Tag des Zahlungseingangs Ende Juni. Vor Verhängung der Sanktionen betrug das Volumen der Exportgarantien mit dem Iran mehr als 2 Milliarden Euro. Experten rechnen damit, dass dieses Volumen schon bald übertroffen werde. Denn der Bedarf nach deutscher Technologie im Iran sei hoch.

Exportgeschäft mit Iran durch Hermesdeckung gefördert

Unternehmen aller Branchen können die Exportgarantien des Bundes für ihr Auslandsgeschäft nutzen. 2015 sicherte die Bundesregierung Ausfuhren in Höhe von rund 25,8 Milliarden Euro mit Exportkreditgarantien ab.

Gewährt werden die Deckungsgarantien nur für diejenigen Auslandsmärkte, deren Kreditwürdigkeit der deutsche Staat vertraut und deren politische und wirtschaftliche Risiken er für vertretbar hält. Zudem drückt Deutschland durch die Gewährung von Exportgarantien ein besonderes Interesse an Geschäften mit einzelnen Auslandsmärkten aus.

Neben Exportgarantien gewährt die Bundesregierung auch Garantien für Investitionen und Garantien für ungebundene Finanzkredite. Auch diese Instrumente stehen im Geschäft mit dem Iran für deutsche Unternehmen ab sofort zur Verfügung.