Dienstag, 26.02.2013

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Kartendienste sind nur eine Möglichkeit für standortbezogene mobile Dienste.

Zukunftsmärkte
Mobile Dienste

Location Based Services immer gefragter

Das Wachstumspotential für Location Based Services ist hoch. Jeder vierte Deutsche nutzt schon heute standortbezogene mobile Dienste – und es werden stetig mehr.

Ende des vergangenen Jahres gab es bereits 181 Anbieter von Locations Based Services. Auch die Zahl der angebotenen Dienste steigt stetig weiter. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Location-based-Services 2013“, die von Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (Blm) durchgeführt wurde. Die Experten erwarten, dass künftig nahezu alle Apps über eine LBS-Funktion verfügen werden. Die bisher angebotenen Apps stammen großteils aus den Bereichen Navigation, Verkehr, Carsharing, Taxi, Augmented Realtity, Sport, Gastronomie, Tourismus oder Couponing. Zwölf Prozent kommen aus dem Social-Media-Bereich. Besonders stark wachsen in Deutschland derzeit Carsharing-Angebote wie Flinkster (190.000 Nutzer), Car2go (90.000 Nutzer) und Drivenow (70.000 Nutzer). Doch auch dort generiert derzeit erst jeder fünfte Anbieter relevante Umsätze mit standortbezogenen Diensten.

Tägliche Nutzung mobiler Dienste

Einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zufolge nutzen derzeit 37 Prozent der Smartphone-Besitzer mindestens einmal am Tag einen standortbezogenen Dienst. Besonders beliebt sind dabei Navigationsdienste (56 Prozent) und Angebote von Geschäften oder Dienstleistern (42 Prozent). Hinzu kommen Dienste, die über eine Standortfunktion als zusätzlichen Service verfügen, darunter beispielsweise Facebook, Ebay, die Deutsche Bahn und Google Maps.

Trotz der steigenden Nutzung bleiben die Kunden misstrauisch: Einer Studie von Goldmedia  zufolge sehen 40 Prozent die Herausgabe ihres Standorts kritisch. Datenschutzbedenken gehören deshalb zu den wichtigsten Hemmnissen für eine weitere Verbreitung von Location Based Services.

Erlöse durch Location Based Services

Im vergangenen Jahr erzielten Anbieter von Location Based Services einen Gesamtumsatz von 57 Millionen Euro. Goldmedia prognostiziert der Branche bis zum Jahr 2017 ein Wachstum um durchschnittlich 39 Prozent auf 265 Millionen Euro. Das größte Umsatzpotenzial wird dabei den werbefinanzierten Apps zugeschrieben, deren Anteil momentan noch bei 44 Prozent liegt. In den nächsten fünf Jahren könnte er auf bis zu 71 Prozent anwachsen.

Bei der Finanzierung von Angeboten der Location Based Services spielen neben den werbefinanzierten Diensten mit 44 Prozent derzeit vor allem Angebote mit In-App-Verkäufen eine wichtige Rolle. Sie machen derzeit rund 24 Prozent der Umsätze aus. Immerhin noch acht Prozent der Erlöse werden durch den Verkauf der Apps selbst generiert.