Montag, 12.09.2011
Zukunftsmärkte

Logistik: Compliance-Lücken könnten Millionenstrafen verursachen

Jedes zweite Logistikunternehmen riskiert Millionenstrafen durch Compliance-Verstöße bei Warenlieferungen. Das hat eine Marktbeobachtung des Consultingunternehmens Nielsen+Partner ergeben. Fünf Jahre nach Einführung neuer EU-Vorschriften zur Sicherheit in der Lieferkette im Zollkodex bestehen immer noch Lücken beim Screening internationaler Sanktionslisten.

Jedes zweite Logistikunternehmen riskiert Millionenstrafen durch Compliance-Verstöße bei Warenlieferungen. Das hat eine Marktbeobachtung des IT-Consultingunternehmens Nielsen+Partner ergeben. Fünf Jahre nach Einführung neuer EU-Vorschriften zur Sicherheit in der Lieferkette im Zollkodex bestehen immer noch Lücken beim Screening internationaler Sanktionslisten.

Strafzahlungen und Gewerbeverbot drohen

Nur die Hälfte der Logistikunternehmen greift zur Sicherheit in der Lieferkette auf eine IT-gestützte Automatisierung zurück. “Viele Logistikfirmen sind auf die zu bewältigende Datenmenge nur unzureichend vorbereitet, obwohl sie gesetzlich zum Screening der Sanktionslisten verpflichtet sind”, erklärt Sven Mathes, Geschäftsführer von Nielsen+Partner. Die Unternehmen riskieren damit Strafzahlungen in Höhe von bis zu 1,8 Millionen Euro. Gelangen Waren in ein Land, in das die Lieferung verboten ist, droht sogar die Untersagung des gesamten Gewerbes.

Schnell handeln

Die internationalen Sanktionslisten hängen von politischen Entscheidungen ab und ändern sich häufig. „Da die Anzahl der Datensätze aller international geltenden Sanktionslisten ins Sechsstellige geht, bedeutet das eine enorme Herausforderung für die Compliance-Überwachung“, sagt Mathes. Vor allem transportführende Unternehmen müssen schnell handeln, da sie im Falle eines Compliance-Verstoßes gegen internationale Handelsbestimmungen selbst dann haften, wenn sie eine Warenlieferung ohne Beteiligung am zugrundeliegenden Kaufvertrag abwickeln. Logistikunternehmen sollten sich deshalb mit einer Dokumentation der Ergebnisse ihrer Compliance-Prüfungen absichern.

Eine Screening-Software hilft die Compliance-Prüfung vollständig zu absolvieren. Bei einem Community Screening werden die Stammdaten eines Unternehmens vollständig erfasst. Danach sollten die Daten aus den CRM-, ERP- und Logistiksystemen automatisch mit den Sanktionslisten abgeglichen werden.

Quellen: Nielsen+Partner, Markt und Mittelstand; Bildquelle: sxc.hu

 

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