Montag, 05.03.2012
Zukunftsmärkte
Hoffnung auf Trendwende

Logistikkonjunktur schwach gestartet

Die Logistikkonjunktur in Deutschland hat sich zum Jahresauftakt weiter abgekühlt. Die recht deutliche Erwartungskorrektur lässt aber auf eine Trendwende im weiteren Jahresverlauf schließen.

Während die Lageeinschätzung um 16,8 Zähler deutlich und zum dritten Mal in Folge nachgab, legten die Erwartungen nach dem kräftigen Einbruch im Vorquartal um 10,6 Zähler zu. Insgesamt führt diese gegenläufige Entwicklung zu einem moderaten Rückgang des Geschäftsklimas um 3,1 Punkte auf nunmehr 123,7 Zähler. Dies geht aus der Februar-Befragung für den Logistik-Indikator hervor, den das Institut für Weltwirtschaft (ifw) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) berechnet.

 

Dienstleister erwarten mehr Aufträge

Besonders ausgeprägt ist die verschlechterte Lageeinschätzung auf der Anbieterseite. Der entsprechende Wert gab bei den Logistikdienstleistern um 24 Punkte auf 119 Zähler nach. Trotz des deutlichen Rückgangs, der sich über sämtliche Teilkomponenten erstreckt, wird die allgemeine Geschäftslage damit noch immer ganz überwiegend als gut bezeichnet. Die hohe Kapazitätsauslastung gehört indes der Vergangenheit an, und der Auftragseingang für grenzüberschreitende Leistungen war leicht rückläufig. Die Geschäftserwartungen konnten um knapp 10 Punkte auf 116,4 Zähler zulegen und bewegen sich fast gleichauf mit der Lageeinschätzung. Offenbar zeichnet sich für die Unternehmen mit eine Trendumkehr bei der Auftragslage ab, für die nunmehr wieder ein leichter Anstieg erwartet wird. Die Kapazitätsplanung ist weiterhin auf Wachstum ausgerichtet, auch wenn die Investitionsneigung leicht nachgab.

Kosteninflation abgeschwächt

Auf der Anwenderseite hat sich das Klima insgesamt auf seinem Vorquartalswert stabilisiert, wobei sich die Lage- und Erwartungskomponenten in Industrie und Handel deutlich aufeinander zu bewegten. Die – auf hohem Niveau – rückläufige Lageeinschätzung (Rückgang um 9,4 auf 138,1 Zähler) ist maßgeblich auf die Abschwächung der relativen Kosteninflation für Logistikleistungen zurückzuführen. Die Kapazitätsauslastung ist hingegen sogar angestiegen. Die Geschäftserwartungen haben gut ein Drittel des drastischen Einbruchs aus der Novemberbefragung wieder aufgeholt (Anstieg um 11,8 auf 121 Indexpunkte). Hierzu haben sämtliche Teilkomponenten beigetragen.


Dass das Klimamuster – eingetrübte Lage, aber aufgehellte Erwartungen – auf beiden Marktseiten in ähnlicher Weise zu beobachten ist, stützt die Hoffnung auf eine Trendwende im weiteren Jahresverlauf.

 

Quelle: ifw, Markt und Mittelstand

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