Donnerstag, 28.05.2015

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Zukunftsmärkte
Energieeffizienz als Wettbewerbsvorteil

Marktchance Energieeffizienz

Der Markt für Energieeffizienz boomt. Durch die Investition in energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen können sich mittelständische Unternehmen Vorteile verschaffen und ihre Energiekosten langfristig senken. Wie eine Studie der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz ergab, wollen deutsche Unternehmen das Geschäftsfeld Energieeffizienz weiter ausbauen. Der DENEFF-Branchenmonitor hat weitere interessante Ergebnisse.

Energieeffizienz lautet in der Industrie das Motto der Stunde. Bislang stand die Energieeffizienz politisch im Schatten des mit mehr Aufmerksamkeit und konkreten Anreizmechanismus bedachten Themas der Ereneurbaren Energien. Nicht zuletzt die steigenden Kosten des Umbaus des Versorgungssystems führten dazu, dass die Energieeffizienz im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zur zweiten Säule der Energiewende wurde. Doch anstatt nur den Kostenfaktor, den die Energieeffizienz mitsichbringt, zu sehen, sollten Unternehmen stärker die Marktchance wahrnehmen. Denn der Markt für Energieeffizienz wächst.

Energieeffizienz: langfristige Planung

Gesetzliche Entwicklungen, ökonomische und soziale sowie technische Trends bilden die Rahmenbedingungen und Treiber des Energieeffizienzmarktes. Einen wichtigen Schwerpunkt der Befragung zum Branchenmonitor 2015 bildete die Bewertung einzelner politischer Instrumente und Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz. Große Bedeutung für ihr Geschäftmessen die befragten Unternehmen einer langfristigen und strategischen politischen Planung in Form von verbindlichen nationalen und europäischen Effizienzzielen bei.

Gleichzeitig identifizieren die Unternehmen großen zusätzlichen politischen Handlungsbedarf im Bereich Qualitätssicherung und Qualifizierung. Weniger als auf regulatorische Vorgaben setzen die Unternehmen dabei auf sinnvolle Investitionsanreize. Die Entwicklung der Energiepreise sowie das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Kunden sind aus Perspektive der befragten Unternehmen auch weiterhin wesentliche Treiber. Im technischen Bereich sehen die befragten Unternehmen insbesondere die intelligente und bedarfsgerechte Steuerung von energieverbrauchenden Anlagen als zentralen Trend, in diesem Bereich jedoch gleichzeitig auch noch hohen Forschungs- und Entwicklungsbedarf.

Investitionsanreize wichtig

Im Bereich der Investitionsanreize hebt sich die starke Unterstützung der Unternehmen für die Knüpfung von Energiepreisbegünstigungen an die Einführung von Energiemanagementsystemen und anschließende Umsetzung wirtschaftlich sinnvoller Energieeffizienzmaßnahmen ab. Eine solche hätte für 70 Prozent der Unternehmen große Bedeutung und 61 Prozent erachten zusätzliche politische Aktivitäten hier als wichtig.

An zweiter Stelle rangieren fast gleichrangig mit Förderprogrammen, Steueranreize, d.h. sowohl Sonderabschreibungen für Energieeffizienzinvestitionen in Unternehmen als auch Steueranreize bei der Gebäudesanierung für private Eigentümer. Hier sehen 65 Prozent der befragten Unternehmen sowohl große Bedeutung für ihr Geschäft als auch die Notwendigkeit zusätzlicher politischer Aktivität. Diese Einschätzung kann dahingehend interpretiert werden, dass klassische Förderprogramme alleine als nicht ausreichend erachtet werden, um alle Zielgruppen hinreichend zu aktivieren und die Kombination dieser beiden Förderansätze als sinnvoll eingeschätzt wird. Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld für zusätzliche politische Aktivität stellt aus Sicht der befragten Unternehmen die Gleichstellung von Energiedienstleistungsunternehmen dar (Gewährung von steuerlichen Begünstigungen bei Energie- und Stromsteuer und direkte Gleichstellung gegenüber Lösungen in Eigenregie).

Die auch im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz als unmittelbar anzustoßende "Sofortmaßnahmen" aufgeführten Instrumente "Wettbewerbliche Ausschreibungen für Energieeffizienz" und „Staatliche Ausfallbürgschaften für Contracting-Projekte“ rangieren in der Bewertung der Unternehmen am unteren Ende. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass diese Instrumente und insbesondere ihre genaue Ausgestaltung den befragten Unternehmen noch nicht hinreichend bekannt sind und die Mittelausstattung zumindest nach derzeitigem Planungsstand im ersten Schritt gering sein wird. Die geplante Durchführung erster Pilote und die tatsächlichen Auswirkungen auf die Unternehmen bleiben daher abzuwarten.