Dienstag, 08.01.2013
Nicht nur innerhalb Thailands werden die Handelsströme durch das ACFTA erleichtert.

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Nicht nur innerhalb Thailands werden die Handelsströme durch das ACFTA erleichtert.

Zukunftsmärkte
Neue Märkte

Marktchance in ASEAN-Staaten nutzen

Das Freihandelsabkommen ASEAN–China Free Trade Area (ACFTA) lässt Mittelständler bares Geld sparen. Zeit für Unternehmen nicht mehr nur in asiatische Länder zu exportieren, sondern auch direkt dort zu produzieren. Denn nur wer vor Ort ist, profitiert.

In den ASEAN-Staaten, also die Gemeinschaft südostasiatischer Staaten, und China leben mit rund 2 Milliarden Verbrauchern 27 Prozent der Weltbevölkerung. Das Bruttosozialprodukt macht rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der EU aus. Zu den ASEAN-Staaten gehören Thailand, Vietnam, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Brunei, Kambodscha und die Philippinen. Denn die ASEAN-Märkte werden immer größer und mit der wachsenden Mittelschicht steigt auch die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Bis 2030 soll das BIP der zehn Mitgliedsstaaten laut Experten von 2,3 Billionen US-Dollar auf 10 Billionen US-Dollar steigen.

„Bisher exportieren deutsche Mittelständler nur ihre Waren nach Asien und sind häufig noch nicht vor Ort mit einer Produktion vertreten“, sagt Dr. Gunter Denk, Managing Partner des Strategic Alliance Network in Thailand. Aber das wird in Zukunft laut dem Experten nicht mehr so funktionieren, denn der Handel unter den Ländern werde durch das Handelsabkommen angekurbelt. „Die Konkurrenz für deutsche Unternehmen steigt stark“, sagt Denk.

Pro und Kontra für den deutschen Mittelstand

Im Zuge des Freihandelsabkommens ACFTA wollen Thailand, Vietnam, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Brunei, Kambodscha und die Philippinen ihre Handelsschranken bis 2015 mehrheitlich fallen lassen. Bis 2015 sollen 95 Prozent der Zölle für den Warenhandel innerhalb des ASEAN-Gebiets abgeschafft werden. China, Thailand, Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei und die Philippinen haben dies schon heute umgesetzt. Die vier restlichen Länder haben noch etwas Zeit für die Umsetzung, da deren Wirtschaft sich erst noch im Aufbau befindet.

Die Handelszölle fallen für 91 Prozent der Produkte. Aus 7.000 Warengruppen durfte jedes Land nur maximal 400 auswählen, für die noch Zollsätze von 20 Prozent gelten. Ab 2018 sind es dann nur noch 5 Prozent. Darunter fallen zum Beispiel Waren wie Gold, Autos oder Textilen sowie landwirtschaftliche Produkte. „Für nahezu alle Waren aus dem deutschen Mittelstand fallen die Zölle jedoch ganz“, sagt Asien-Experte Denk. Das bedeutet die zehn kleinen Tigerstaaten handeln untereinander sowie mit China zollfrei. Das bedeutet für deutsche Mittelständler, die nur dorthin exportieren, dass die Konkurrenz aus diesen Staaten selbst ab 2015 sehr groß wird. Denn die Einfuhrzölle für fertige Produkte bleiben bestehen. Nur wer vor Ort produziert, profitiert.

Zusätzliche Anreize für deutsche Mittelständler

Viele ASEAN-Staaten wollen ihre Wirtschaft ankurbeln und ausländische Investoren anziehen. Sie bieten deutschen Mittelständlern deshalb zusätzliche Anreize Produktionsstätten im Land aufzubauen. Wer zum Beispiel eine solche in Thailand aufbaut, wird die ersten acht Jahre zu 100 Prozent von den Unternehmenssteuern befreit. Die darauffolgenden fünf Jahre werden ausländische Unternehmen zu 50 Prozent besteuert. In allen ASEAN-Staaten dürfen deutsche Investoren zu 100 Prozent in Besitz der Unternehmensanteile sein. „In vielen Staaten dürfen ausländische Unternehmen auch Warenkomponenten zollfrei oder vergünstigt einführen“, sagt Denk, „dadurch können deutsche Mittelständler sich den billigsten und besten Produktionsstandort aussuchen und müssen vor allem ihr Kern-Know-how nicht aus der Hand geben.“  Die Unternehmen können die High-Tech-Komponenten in Deutschland fertigen und einfache Bauteile günstig in den ASEAN-Staaten fertigen lassen, da die Arbeitskosten dort viel niedrige als in Deutschland sind. Die Unternehmen können somit durch ACFTA doppelt sparen.

Info

Wer gibt Auskunft über Anreize für Mittelständler in den jeweiligen Staaten?

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