Mittwoch, 30.01.2013
Um zu alter Stärke zurückzukommen, investiert die südafrikanische Regierung.

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Um zu alter Stärke zurückzukommen, investiert die südafrikanische Regierung.

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Marktchance Südafrika: Regierung plant Milliardeninvestitionen

Um zu alten Stärken zurückzukommen, investiert die Regierung von Südafrika. Mittelständler, die die Regeln des Marktes kennen, können davon profitieren.

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Südafrika lag 2011 bei 14,84 Milliarden Euro. Doch der Warenaustausch erleidet zurzeit einen Dämpfer. Die Prognosen waren optimistisch. Um bis zu 6 Prozent sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Südafrika jährlich wachsen. Neueste Schätzungen dämpfen aber die Stimmung. 2013 soll das Plus nur noch 4 Prozent betragen. Damit  verlangsamt sich nicht nur die Wirtschaft, sondern auch der Fortschritt einiger geplanter Projekte. Doch trotz des schwächeren Ausblicks  hat der südafrikanische Markt noch Potential. „In den kommenden Jahren sind öffentliche Investitionen in Milliardenhöhe geplant“, erklärt Heiko Stumpf, der für Germany Trade & Invest in Johannesburg als Korrespondent tätig ist.  Seinen Angaben zufolge sollen in den kommenden 15 Jahren rund 332 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte wie die Wasser-und Stromversorgung fließen.  Dazu werden Baufirmen und Maschinenhersteller in Zukunft gefragt sein. Die Chancen für deutsche Unternehmen Aufträge in diesem Bereich zu erhalten  sind laut der deutsch-südafrikanischen Außenhandelskammer groß. Deutsche Firmen zählen beispielsweise beim Thema Erneuerbare Energien zu den Spitzenreitern.

Problem Fachkräftemangel

Durch Mängel im Bildungssystem ist die Anzahl an Fachkräften  gering.  Nur etwa drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Südafrika hat einen Hochschulabschluss. Zum Vergleich, in Deutschland sind es 23 Prozent. Unternehmen, die öffentlichen Aufträge erhalten wollen, müssen bei der Mitarbeitergewinnung die Economic Empowerment Richtlinien (BEE) beachten. Diese soll die in der Vergangenheit benachteiligte indische, malaysische, asiatische und indonesische Bevölkerung sowie Frauen und Mischlinge berücksichtigen. Seit 2004 sind Unternehmen, die sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen wollen, durch die BEE Gesetzgebung verpflichtet, unter anderem Firmenanteile an unter der Apartheid benachteiligte Bevölkerungsgruppen abzugeben. „Außerdem herrscht in ganz Afrika, also auch in Südafrika Fachkräftemangel. Daher empfiehlt sich vor allem in innerbetriebliche Ausbildung vor Ort zu investieren“ sagt Heiko Stumpf.

Info

 

Übersicht Südafrika:

Fläche: 1.219.090,0 qkm
Einwohner: 51,2 Millionen Personen (2012)
Bevölkerungsdichte: 42,67 Einwohner/qkm (2012)
Analphabetenquote: 13,6% (2003)
Geschäftssprache(n): Englisch, Afrikaans
Mineralische Rohstoffe: Erdgas, Salz, Vanadium, Kupfer, Platin, Edelstein Diamanten, Uran, Seltene Erden, Zinn, Phosphate, Nickel, Mangan, Eisenerz, Kohle, Antimon, Chrom, Gold
Währung: Rand (R); 1 R = 100 Cents
Kurs: 1 Euro = 10,898 R; 1 US$ = 8,424 R  (September 2012)
Schienennetz (Breite- und Standardspuren): 20.192 km (2012)
Häfen: 8 (2012)
Festnetzanschlüsse: 82 pro 1.000 Personen (2011)
Mobiltelefonanschlüsse: 1.268 pro 1.000 Personen (2011)
Internet-Nutzer: 210 pro 1.000 Personen (2011)
Personenkraftwagen: 110 pro 1.000 Personen (2009)
Stromverbrauch pro Kopf: 4.532 kWh (2009)

Quelle: gtai

Standort Südafrika: Eine Mischung aus Chance und Risiko

Standort Südafrika: Eine Mischung aus Chance und Risiko

Vor Marktantritt empfiehlt es sich Kontakt zu anderen bereits auf dem afrikanischen Markt etablierten Unternehmen aufzunehmen, welche mit den Gesetzmäßigkeiten aus der Praxisperspektive bereits vertraut sind. Gut vernetzte Vertriebspartner zu suchen, die schon Erfahrung mit den BEE-Auflagen haben, erleichtert den Markteintritt ebenfalls. Im Falle einer Gesellschaftgründung müssen Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 500.000 Euro  die BEE-Auflagen erfüllen. Neben der mangelnden Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften stellen die schlechte Sicherheitslage und Währungsschwankungen ein Risiko dar.
Um den Markteintritt in Südafrika für mittelständische Unternehmen zu vereinfachen, änderte die Regierung 2011 das Gesellschaftsrecht. Mit dem South African Companies Act, der sich an international geltendem Gesellschaftsrecht orientiert, sollen vertraute rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Unternehmen, die sich in Südafrika mit einer eigenen Gesellschaft niederlassen wollen, können nur noch die Gesellschaftsform Private Company (Pty) Ltd wählen. Diese ist gegenüber der abgeschafften Close Corporation minimal teurer, aber dadurch, dass das neue Gesetz die Unternehmer von einigen Verwaltungs- und Prüfungspflichten befreit, sparen die Unternehmen Zeit und Geld.

Info

Hier bekommen Mittelständler Infos zum Markt Südafrika:

 

Frank Aletter, LL.M.
Deputy CEO
Southern African – German Chamber of Commerce and Industry NPC
P.O. Box 87078, Houghton 2041
Telefon: +27 (0)11 486 2775, Fax: +27 (0)86 677 1102
Faletter@germanchamber.co.za
www.germanchamber.co.za

 

Heiko Stumpf
Representative South Africa
Germany Trade and Invest
- Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH -
Johannesburg Office
Postal address:
P.O. Box 87078
Houghton 2041
Physical address:
47 Oxford Road
Forest Town
Johannesburg
Telefon: +27 (0)11 486 0198, Fax: +27 (0)86 242 8475
heiko.stumpf@gtai.com
www.gtai.com

 

Andreas Wenzel

SAFRI – Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft
Plieninger Str. 148b
70567 Stuttgart
Tel: +49-711-1793093, Fax: +49-711-7222180
Email: andreas.wenzel@sfa-safri.com
www.safri.de

 

Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.
Friedrichstraße 206
10969 Berlin
Per Telefon, Fax oder E-Mail:
Telefon: + 49 (030) 20 60 71 90, Fax: + 49 (030) 20 60 71 9 108
E-Mail: berlin(at)afrikaverein.de

www.afrikaverein.de