Freitag, 02.08.2013
Zukunftsmärkte
Export

Mehr Markthemmnisse für den Export

Unternehmer stehen im Export immer mehr Hindernissen gegenüber. Zölle, undurchsichtige bürokratische Regelungen und Kennzeichnungspflichten sorgen für Markthemmnisse – und senken den Erfolg der Unternehmen.

Die Schwierigkeiten, denen Unternehmen im Export gegenüberstehen, nehmen zu. Das bestätigen die Außenhandelsexperten der 80 deutschen Industrie- und Handelskammern auf Grundlage des noch unveröffentlichten Außenwirtschaftsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). „Allein der deutsche Export könnte bei Wegfall der Hemmnisse um mehr als 10 Milliarden Euro höher liegen“, betont Volker Treier, Außenwirtschaftschef des DIHK, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Außenwirtschaftsreport belegt weiterhin, dass sich die Zahl der Unternehmen, die in Länder außerhalb der EU exportiert, ansteigt. Die Zahl entsprechender ausgestellter Zertifikate hat sich seit der letzten Berechnung um 100.000 erhöht (aktueller Stand: 1,93 Millionen Zertifikate).

Export: Russland legt deutschen Unternehmern „Steine in den Weg“

Doch auch im Export außerhalb der EU stoßen deutsche Unternehmer auf Markthemmnisse. In Russland stehen sie vielen Dokumentationspflichten, uneinheitlichen Zollvorschriften und immer wieder neuen Kennzeichnungsregeln für Maschinen gegenüber. In Argentinien sorgt die Notwendigkeit für vereidigte Erklärungen der Importeure zu Verzögerungen. Auch Brasilien macht es Exporteuren nicht leicht: Inländische Produzenten im Automobilbau werden steuerlich bevorzugt, es gelten striktere Zollkontrollen für Textilien. Saudi-Arabien ist mit seinen undurchsichtigen bürokratischen Regelungen für die Entstehung von Markthemmnissen bekannt und auch in China haben sich die Einfuhrvorschriften erhöht.

Markthemmnisse: EU-Kommission und Bundesregierung zum Handeln aufgefordert

Der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, appelliert an EU-Kommission und Bundesregierung: Sie müssten handeln und die bestehenden Probleme beispielsweise in der Welthandelsorganisation (WTO) diskutieren. In Bereichen, in denen sich die wirtschaftlichen Regelungen für den Export in einem gesetzlichen Graubereich befinden, sollte vor allem die deutsche Bundesregierung die Initiative ergreifen und Änderungen anstreben.
Während der Export aus Deutschland Unternehmern deutliche Probleme bereiten kann, hat sich die Lage für Exporteure, die nach Deutschland exportieren, verbessert. Das zeigt sich in der Zahl der Visa-Anträge, die die Handelskammern erreichten. Sie ist von 14.000 auf 18.000 Anträge gestiegen – und das, obwohl die Bundesregierung die Regeln für Geschäftsreisende gelockert und die Notwendigkeit eines Visa-Antrages somit gesenkt hat.

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