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Einkauf, Marketing und Marken > Automobilstrategie Wandel

Mercedes korrigiert Luxus-Kurs: Zulieferer müssen reagieren

| Markt und Mittelstand Redaktion

Gewinneinbruch zwingt Stuttgarter Autobauer zu Kurswechsel. Neue Strategie setzt auf breiteres Produktportfolio. Zulieferer müssen reagieren.

Mercedes Autohaus
Mercedes-Benz vollzieht Strategiewechsel: Vom reinen Luxusimage hin zu einem ausgewogeneren Produktportfolio zwischen Verbrenner, Hybrid und E-Mobilität. (Foto: shutterctock)

Vor knapp 140 Jahren rollte mit dem Benz Patent-Motorwagen das erste Automobil der Welt auf die Straße – der Beginn einer Marke, die Luxus, Ingenieurskunst und Fortschrittsglauben verkörperte wie kaum eine andere. Doch die goldene Ära des Sterns war stets von Wandel geprägt: vom Aufstieg in den 1950er-Jahren über die Globalisierung ab den 1990ern bis hin zum elektrischen Aufbruch der letzten Dekade.

Nun schlägt Mercedes-Benz erneut ein neues Kapitel auf – und rückt von der reinen Luxusstrategie ab, um im Spannungsfeld zwischen traditionellem Verbrenner, Hybridtechnik und Elektromobilität zukunftsfähig zu bleiben.

Zollmauern, China-Druck, Preiskampf – Deutschlands Autobauer im Überlebensmodus

Deutschlands Autobauer stehen 2025 unter einem beispiellosen Druck: US-Zölle auf E-Autos aus der EU, ein eskalierender Preiskampf mit chinesischen Herstellern wie BYD und Geely, bröckelnde Absatzmärkte in Europa – und gleichzeitig milliardenschwere Investitionen in Elektrifizierung, Software und autonomes Fahren.

Die lange dominierende Rolle deutscher Marken wird von zwei Seiten attackiert: Billigangebote aus Fernost, die technisch immer ausgereifter werden, und politische Handelshemmnisse, die Kosten explodieren lassen. Für Konzerne wie Mercedes bedeutet das: radikale Effizienz, strategische Flexibilität und ein Abschied vom Komfort vergangener Jahrzehnte sind überlebensnotwendig. Wer jetzt nicht neu denkt, droht zwischen Zollmauern und Preisdruck zerrieben zu werden.

Strategiewechsel: Breiter statt exklusiver

Die neue Strategie setzt auf ein breiteres Produktportfolio. Mercedes will künftig in allen Segmenten das "begehrenswerteste Angebot" machen. Das umfasst günstigere Kompaktwagen ebenso wie SUVs für die breite Masse.

Zwischen 2025 und 2027 plant Mercedes, eine Reihe von neuen Modellen auf den Markt zu bringen:

  • 19 neue Verbrennermodelle

  • 17 neue Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV)
    Damit verfolgt man weiterhin die "Value-over-Volume"-Strategie – weniger Stückzahlen, aber höhere Margen.

Elektrifizierung und neue Plattformstrategie

  • Einführung der neuen MMA‑Plattform („Mercedes‑Modular‑Architecture“), die ICE, Hybrid und BEV vereint. Der neue CLA (2025) ist das erste Modell auf dieser Plattform 
  • Ziel ist, die Elektrofahrzeuganteile (xEV) bei Mercedes‑Benz Cars auf 20–22 % (bis 2025) und bei Vans auf 8–10 % zu steigern.

Fakten kompakt: Mercedes-Strategie im Wandel

  • Gewinneinbruch im ersten Halbjahr 2025 um 55,8% auf 2,7 Mrd. Euro.
  • Marge in der Pkw-Sparte schrumpfte auf 3,2% im zweiten Quartal 2025.
  • Strategiewechsel: Weg vom reinen Luxus-Image, hin zu breiterem Produktportfolio.
  • Produktmix im Wandel: Gleichgewicht zwischen klassischen Verbrennern, Hybriden und neuen Elektrofahrzeugen.

  • Plattform-Zukunft: MMA-Plattform für integrierte Fahrzeugarchitekturen.

  • Effizienz: Produktionsverlagerungen, gezielte Investitionen.

  • Finanzielle Ziele für 2025: Kontrollierte Rentabilität trotz rückläufiger Umsätze.

  • Reduktion der Produktionskosten um 10 % bis 2027.

 

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