Donnerstag, 19.12.2019
Lokale Zielgruppen im Blick: Für seine Stände auf Auslandsmessen – beispielsweise auf der „Win Eurasia“ in Istanbul – lässt REO wichtiges Informationsmaterial extra übersetzen.

Foto: Deutsche Messe

Lokale Zielgruppen im Blick: Für seine Stände auf Auslandsmessen – beispielsweise auf der „Win Eurasia“ in Istanbul – lässt REO wichtiges Informationsmaterial extra übersetzen.

 

Zukunftsmärkte
Nicht immer nur Englisch

Auslandsmesse: REO übersetzt Infomaterial in Landessprache

Englisch ist die Sprache des internationalen Geschäftskontakts. Wer trotzdem spezielles Informationsmaterial in der jeweiligen Landessprache anfertigt, punktet auf Messen im Ausland bei den Fachbesuchern, erlebt der Industriezulieferer REO.

Englisch klappt immer. Auf internationalen Messen hört man an jeder Ecke die Weltsprache Nummer 1, wenn deutsche Anbieter mit lokalen Interessenten ins Gespräch kommen. Wer allerdings Ansprechpartner dabei hat, die der Landessprache mächtig sind, verschafft sich bei Einkäufern einen Vorteil, findet Ruben Altmeier, Marketingleiter des Industriezulieferers REO. Um Fachbesuchern eine auf sie zugeschnittene Produktausstellung anzubieten, nimmt das Messeteam von REO die wichtigsten Informationsmaterialien in der jeweiligen Landessprache mit. 

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Das Unternehmen mit Hauptsitz in Solingen im Bergischen Land ist in den Bereichen Antriebs- und Bahntechnik, Medizin-, Prüf- und Fördertechnik sowie Leistungselektronik vertreten. Mit dem weltweiten Verkauf seiner Komponenten und Komplettlösungen setzt REO jährlich mehr als 35 Millionen Euro um. Die Präsentation auf Industriemessen im Ausland gehören zur Internationalisierungsstrategie dazu.

Unter anderem stellt REO seine Produkte regelmäßig auf der Eisenbahnmesse „Rail + Metro“ in Shanghai aus, auf der Metallbranchenmesse „Corrosion“ im US-amerikanischen Houston, auf der „Win Eurasia“ für Fertigungsindustrie in Istanbul sowie auf der Messe für Automatisierung „SPS“ im italienischen Parma. 

Übersetzung der Ausstellungsunterlagen: Chefsache

Während für den Standaufbau, den Transport der Ausstellungswaren sowie die Betreuung der Interessenten am Messestand die jeweilige Auslandsniederlassung von REO zuständig ist, liegt die Übersetzung von Flyern und Broschüren in der Verantwortung der Unternehmenszentrale. „Wir haben in Solingen eine sogenannte Übersetzungszentrale, die externe Übersetzungsdienstleister beauftragt und die korrekte Übersetzung aller technischen Details überwacht“, erklärt Altmeier.

Meist legt das Marketingteam die fertig übersetzten Unterlagen nochmal dem ausländischen Niederlassungsleiter vor, damit Formulierungen, die in der Alltagssprache nicht gängig sind, angepasst werden können. Doch die korrekte Übersetzung und Erklärung der technisch anspruchsvollen Informationsblätter koordiniert die Unternehmenszentrale selbst. Eingebunden dabei sind Produktmanager ebenso wie Vertriebler.

Digitalisierung: Papierunterlagen mittelfristig vermeiden

Mittelfristig möchte das Unternehmen die übersetzten Unterlagen nur noch virtuell auf Auslandsmessen mitnehmen. „Wir haben schon ein digitales Tool entwickelt und auf einigen Messen im Einsatz, mit dem wir die Kontaktdaten und Interessengebiete eines Fachbesuchers am Messestand aufnehmen können“, berichtet Altmeier. Direkt im Anschluss an das Gespräch auf der Messe schickt der Vertriebsmitarbeiter dann ein Paket mit Informationsunterlagen per Mail raus, in dem alle Informationen zu den besprochenen Produkten liegen.

„Unser Fachbesucher kann dann im Hotel abends direkt die Mail abrufen und hat alles beisammen, ohne den ganzen Messetag Papierkram mit sich herumgeschleppt zu haben“, sagt Altmeier. Vor allem mit der Nennung und den Kontaktdaten zum speziellen Ansprechpartner im Unternehmen hätte REO gute Erfahrungen gemacht: „Auf einer Messe geht es um persönliche Kontakte, die man auch im Anschluss nutzen kann, nicht nur um neutrale Informationen.“

Im Zweifel: klappt auch Englisch

Die Übersetzung der Unterlagen ist aufwändig und ein erheblicher Kostenfaktor für das Unternehmen auf Auslandsmessen. Jährlich gibt es 87.000 Euro dafür aus. „Für uns lohnt sich das, denn es zeigt unseren Interessenten und Kunden im Ausland, dass sie uns wichtig sind, und wir die Funktionsweise unserer Produkte transparent erklären wollen und können“, sagt Altmeier.

Trotzdem lässt das Messeteam des Unternehmens nicht alle Unterlagen ins Chinesische, Türkische und Italienische übersetzen. „Wir stellen uns je nach Ort und Branchenfokus der Messe vorher die Frage, welche Produkte die anwesende Zielgruppe am meisten interessiert, und lassen sie dann speziell übersetzen“, berichtet Altmeier. Die restlichen Broschüren nehmen die REO-Mitarbeiter auf Englisch mit.