Freitag, 08.11.2013
Zukunftsmärkte
Grosser Anstieg bei FDI und grenzüberschreitenden M&A-Deals

Mexiko-Expansion: Direktinvestitionen boomen

Mexiko ist bei Investoren beliebt wie nie zuvor. Allein die Direktinvestitionen aus dem Ausland vom ersten Halbjahr übertreffen schon das gesamte vergangene Jahr.

Mexiko ist das neue Brasilien. Ein Eindruck, der sich aufdrängt, betrachtet man die jüngsten Zahlen der Direktinvestitionen sowie der grenzüberschreitenden M&A-Deals, die halbjährlich von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) erhoben werden. Mexiko hatte im ersten Halbjahr 2013 einen Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) von 23,8 Milliarden US-Dollar zu verbuchen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 ist das ein Anstieg auf das Zweieinhalbfache (1. Halbjahr 2012: 9,2 Milliarden US-Dollar). Obwohl im zweiten Halbjahr 2012 die FDI auf 6,2 Milliarden US-Dollar zurückfielen, erwies sich die Wirtschaft Mexikos Ende 2012 als sehr robust. Insgesamt ist bereits nach sechs Monaten im laufenden Jahr das Vorjahres-Gesamtergebnis um mehr als die Hälfte überschritten.

Auch der Wert der Zukäufe von Unternehmen in Mexiko hat im ersten Halbjahr 2013 einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Sie sind von einer Milliarde US-Dollar im Vorjahreszeitraum die Zuflüsse auf über 17 Milliarden US-Dollar in die Höhe geschossen. Eine solche Steigerung kann kein anderes Land weltweit vorweisen.

Pazifik-Allianz macht Mexiko-Expansion attraktiv

Die Automobilindustrie hat schon vor Längerem Mexiko als attraktiven Produktionsstandort entdeckt, was vor allem Automobil-Zulieferer auf den Plan rief. Zunehmend wird das Land aber auch für deutsche Mittelständler anderer Branchen interessant, die mit Mexiko eine Expansion nach Lateinamerika in Betracht ziehen. Bei der Mexiko-Expansion gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten. Mexiko hat in der vergangenen Monaten Einiges für diese Entwicklung getan: Die Mitgliedschaft Mexikos in der Pazifik-Allianz, einem liberalen Bündnis mit Chile, Peru und Kolumbien ermöglicht dem Land eine Drehscheibenfunktion im Handel mit Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Deutschland hat in der Pazifik-Allianz seit wenigen Tagen den Status eines Beobachters.

Mexiko dämpft Direktinvestitionen in Brasilien

Der FDI-Höhenflug Mexikos bekommt ein anderes Schwellenland in der Region Lateinamerika zu spüren, nämlich Brasilien. Dort sind die FDI mit 30 Milliarden US-Dollar in absoluten Zahlen zwar immer noch höher, stagnierten jedoch auf Vorjahresniveau. Bei den M&A-Deals musste das Land gar einen Rückgang im Zufluss ausländischen Vermögens um knapp 60 Prozent auf 4,7 Milliarden US-Dollar hinnehmen.

Dass Mexiko noch mehr FDI ins Land holen möchte, zeigt auch die Anfang Oktober von der mexikanischen Regierung vorgestellte Investitionskampagne „ProMéxico“. Abzuwarten bleibt jedoch, ob die für 2014 in Mexiko geplante Steuer-Reform so umgesetzt wird wie bislang vorgesehen. Nach aktuellem Stand würden ausländische Unternehmen dadurch nicht nur bestehende Steuervergünstigungen verlieren, sondern teilweise auch neue Steuern zahlen müssen. Davon betroffen wären auch deutsche Mittelständler.

Weltweit wird die Liste der Länder mit den höchsten FDI im ersten Halbjahr 2013 vom Vereinigten Königreich mit 75 Milliarden US-Dollar, China (67) und den USA (66) angeführt.

Info

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http://www.marktundmittelstand.de/veranstaltungen/roundtables/

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