Montag, 04.11.2013
Zukunftsmärkte
Auch ausländische Firmen von Reformplänen betroffen

Mexiko: Geplante Steuer-Reform trifft Mittelständler

Mexiko plant für 2014 eine umfassende Steuer-Reform im Land. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten für Unternehmen vor Ort würden auch deutsche Mittelständler belasten.

Die mexikanische Regierung plant für das kommende Jahr einige Steuer-Reformen, bei denen es vor allem um Änderungen zu Einfuhrbestimmungen, Steuerabzügen und Immobilienbesteuerung geht. Für in Mexiko ansässige deutsche Mittelständler könnte es dadurch zu Mehrkosten kommen.Die Deutsch- Mexikanische Industrie- und Handelskammer (Camexa) hat bereits den Vorschlag abgelehnt, auf Einfuhrwaren höhere Steuern zu erheben, wenn diese letztlich wieder für den Export bestimmt seien. Das berichtet das Internetportal „Deutsche Mexiko-Zeitung“. In besonderem Maße wäre durch diese Pläne die Automobil-Zulieferindustrie betroffen.

Mexiko gefährdet Investitionsbereitschaft

Auch die vorgesehene Verringerung oder gar Abschaffung der Steuerabzüge von Unternehmen finde keine Zustimmung bei den Camexa-Mitgliedern, da die geltenden Steuerabzüge unter anderem der Sozialabsicherung der Arbeitnehmer dienten. Ein weiterer Punkt aus Sicht der Kammer sei die vorgeschlagene zehnprozentige Immobiliensteuer für Ausländer, die in Mexiko Land erwerben möchten. Das würde die Investitionsbereitschaft hemmen. Mexiko hat in jüngster Vergangenheit durch die Mitgliedschaft in der Pazifik-Allianz immer wieder seine offene Handelspolitik betont.

Die Camexa appelliert an die mexikanische Regierung, diese Punkte noch einmal in Hinblick auf die Entwicklung ausländischer Unternehmen in Mexiko zu überdenken. Damit seien auch Wohlstand und soziale Interessen verbunden. Eine Expansion nach Mexiko wird für deutsche Mittelständler zunehmend attraktiv, nicht zuletzt auch aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage in Brasilien.

Primäres Ziel sind höhere Steuereinnahmen

Die mexikanische Regierung will mithilfe der Reformen höhere Steuereinnahmen generieren. Betroffen sich davon auch deshalb die in Mexiko tätigen ausländischen Unternehmen, weil es nach den Reformen zur Streichung fiskalischer Sonderregelungen und Vorzugsbehandlungen kommen wird. Hinzu kommen soll ebenfalls eine Unternehmenssteuer auf Dividenden und ein Einkommenssteuersatz von 30 Prozent ohne die bislang übliche Reduktion auf 28 Prozent für ausländische Unternehmen, schreibt Switzerland Global Enterprise.

Info

Mehr zu den aktuellen Entwicklungen in Mexiko sowie den Herausforderungen einer Expansion gibt es beim Roundtable „BRIC & Beyond – Märkte mit Zukunft“ mit den Schwerpunktländern Mexiko und Kolumbien am 26. November in Heidelberg.

Details und Anmeldung: http://www.marktundmittelstand.de/veranstaltungen/roundtables/

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