Dienstag, 26.08.2014
Mexiko Energie

DEG

Stromversorgung in Mexiko. Durch die Energiereform soll es bald auch private Anbieter geben.

Zukunftsmärkte
Staatliches Monopol aufgebrochen

Mexiko: Standortvorteile durch Energiereform

Mexiko hat eine Energiereform beschlossen, die das Ende der staatlichen Monopole einläutet. Für Mittelständler wird dadurch das Land für Expansionen noch interessanter.


Mexiko unternimmt einen nächsten Schritt in Sachen freier Handel und Wettbewerb. Das lateinamerikanische Land hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren vor allem um den Freihandel in der Region bemüht und die Pazifik-Allianz ins Leben gerufen. Aber traditionellerweise auch mit den USA und über die Trans Pacific Partnership (TPP) mit Ländern Asiens ist Mexiko wirtschaftlich verbunden. Mehr als 40 solcher Freihandelsabkommen hat das Land mittlerweile unterzeichnet. Mexiko fördert die Expansion ins Land, die Direktinvestitionen boomten im vergangenen Jahr.

Jetzt hat Präsident Enrique Peña Nieto –einige Monate später als geplant – eine Energiereform im Land verabschiedet, die Mexiko für ausländische Investoren noch attraktiver machen dürfte. Künftig dürfen sich auch private Unternehmen am mexikanischen Öl- und Gasmarkt beteiligen. Die Stromversorgung wird ebenfalls nicht länger dem Staatsunternehmen vorbehalten sein. Seit 76 Jahren hatte das staatliche Versorgungsunternehmen Pemex das Monopol inne.

Neuer Impuls für Mexiko-Expansion

Für deutsche Mittelständler mit Expansionsplänen wird Mexiko dadurch noch interessanter, wird mittelfristig doch ein Sinken der Energiepreise im Land erwartet. Das kommt etwa der energieintensive Automobilindustrie zugute, die schon heute in Mexiko etwa 20 Prozent günstiger fertigt als in den USA. Audi startet ab 2016 die Produktion des Q5 in San José Chiapa in Puebla – 20.000 Jobs sollen entstehen – , BMW möchte ab 2019 rund 150.000 Fahrzeuge ebenfalls in Mexiko bauen. Das Land ist dabei, Brasilien den Rang als siebtgrößter Automobilproduzent weltweit und stärkster Markt der Region abzulaufen. Brasilien kämpft aktuell mit besonders hohen Stromkosten.

Die mexikanische Energiereform wird „zusätzlich zu anderen Vorteilen auch höhere Investitionen, mehr gut bezahlte Arbeitsplätze sowie eine zuverlässige und günstige Energieversorgung schaffen, und uns eine Wiederaufnahme des Wachstums des Produktionsbereichs erlauben“, sagt der Minister für Finanzen und Öffentliches Kreditwesen, Luis Videgaray Caso.

Neue Energie-Infrastruktur in Mexiko

Ab 2016 an können außer Pemex auch andere Firmen den öffentlichen Vertrieb von Öl, Fas und Strom aufnehmen. Bis 2020 sollen 10.000 Kilometer neue Ferngasleitungen mit einem Investitionsvolumen von über 170 Milliarden Pesos gebaut werden. Ein Teil des Ertrags aus dem Erdölgeschäft wird für die Finanzierung der Forschung und die Förderung des Mexikanischen Instituts für Erdöl verwendet. Auf diesem Weg soll die technologische Ausstattung der mexikanischen Energiebranche verbessert und ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.

Mit den Vorteilen, die die Energiereform in Investitionen, Beschäftigung, Produktion und technologischer Entwicklung mit sich bringen soll, erwarten Experten ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von einem Prozentpunkt im Jahr 2018 und bis 2025 um zwei Prozentpunkte wachsen.

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