Montag, 24.08.2015

Bildquelle: Zurijeta/Thinkstock/Getty Images

Entsendet eine deutsche Firma Mitarbeiter für mehr als eine Besprechung in den Iran, brauchen diese eine Arbeitsgenehmigung.

Zukunftsmärkte
Arbeitsgenehmigung ist für Montage Pflicht

Mitarbeiterentsendung in den Iran

Das Embargo gegen den Iran fällt, die erste Maschine ist auf dem Weg, geht aber bei der Montage kaputt. Kann eine deutsche Firma kurz einen Installateur vorbeischicken? Die Antwort lautet nein – nicht ohne offizielle Arbeitsgenehmigung.

Auch für einfache Montage- oder Reparaturtätigkeiten im Iran müssen deutsche Firmen für ihre Mitarbeiter eine Arbeitserlaubnis erwirken. Diese Gesetzmäßigkeit richtet sich nicht nach der Dauer des Aufenthalts, sondern nach der Tätigkeit. Denn das normale Business Visum kann auch für eine Dauer von mehreren Monaten ausgestellt werden, der Mitarbeiter darf dann aber nur für geschäftliche Besprechungen in den Iran reisen. Eine technische Installation, Reparatur oder Anlagenanpassung fällt nicht darunter.

„Bei der Beantragung der Arbeitserlaubnis muss der iranische Auftraggeber, bei dem die Maschine oder Anlage zu installieren ist, ein Einladungsschreiben schicken. Das deutsche Unternehmen muss darüber hinaus in einem Entsendungsschreiben genau angeben, für welche Tätigkeit der ausländische Experte einreist und wie lange er bleibt“, erklärt Marko Müller, Partner der Beratungsgesellschaft DHPG und zuständig für den Fachbereich Global Mobility Services.

Iranisches Ministerium stellt Arbeitsgenehmigung aus

Ebenfalls müsse die deutsche Firma erklären, wieso es nicht möglich sei, die gleiche Tätigkeit von einem iranischen Installateur vornehmen zu lassen. In dem Entsendungsschreiben muss die deutsche Firma auch bestätigen, sämtliche Kosten vor Ort zu übernehmen.

Die Arbeitsgenehmigung für den Mitarbeiter muss der Firmenchef beantragen, nicht der Mitarbeiter. Einreichen kann er die Unterlagen bei einem der iranischen Konsulate in Frankfurt, München oder Hamburg oder bei der Botschaft in Berlin. Diese reichen den Prozess dann ans Arbeitsministerium im Iran weiter.

Versicherungsschutz im Vorhinein klären

Beim Visumsantrag prüft das Konsulat außerdem, ob der entsendete Mitarbeiter eine gültige Kranken- und Unfallversicherung hat. „Ob die eigene Krankenversicherung im Iran greift, muss der Mitarbeiter unbedingt im Vorhinein klären“, so Müller. Unfälle bei geschäftlicher Auslandsentsendung fallen meist unter die Gruppenunfallversicherung der entsendenden Firma. Auch das sollte man jedoch im Vorhinein abklären.

In jedem Fall sollten Firmen die Bearbeitung dieser Verwaltungsthemen nicht erst kurz vor der Entsendung angehen, warnt Entsendungsexperte Müller. Damit es am Ende nicht hektisch wird, empfiehlt er deutschen Firmen, sich bereits ein halbes Jahr vor Entsendung des Mitarbeiters um die Bürokratie zu kümmern.