Freitag, 05.02.2016
Chinas Fünfjahresplan: Auch für den Mittelstand werden die Reformen des wichtigsten Handelspartners Deutschlands in Asien weitreichende Folgen haben.

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Chinas Fünfjahresplan: Auch für den Mittelstand werden die Reformen des wichtigsten Handelspartners Deutschlands in Asien weitreichende Folgen haben.

Zukunftsmärkte
13. FJP im Fokus

Mittelstand blickt gebannt auf Chinas Fünfjahresplan

Es ist soweit: Im März tritt der 13. Fünfjahresplan in China in Kraft. Für den deutschen Mittelstand hat er einige Änderungen in petto. In einer Serie erklärt Markt und Mittelstand, was Unternehmer erwartet und wie sie sich schon jetzt vorbereiten sollten.

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Asien. Deutsche Firmen haben 2014 Güter im Wert von 74 Milliarden Euro nach China exportiert. Produkte für 79 Milliarden Euro kamen aus China hierher. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass Reformen in der Volksrepublik auch  weitreichende Folgen für deutsche Mittelständler haben. Im März wird sich die weitere Richtung der Reformen in China konkret abzeichnen, wenn der neue Fünfjahresplan in Kraft tritt.

Alle fünf Jahre legt die chinesische Regierung einen neuen Reformplan auf, der die Ziele für den nächsten Zeitraum festlegt. Diese Fünfjahrespläne sind ein planwirtschaftliches Relikt; sie gelten mehr als beispielsweise ein Koalitionsvertrag. Vielmehr setzt die Regierung alles, was in ihrer finanziellen und politischen Macht liegt daran, die Ziele der Fünfjahrespläne umzusetzen. In den vergangenen Jahren flossen daher einige Milliarden in die Sektoren, die die chinesische Regierung jeweils als Fokus ausgemacht hatte.

Fünfjahresplan gibt die Richtung Chinas vor

Auch in der kommenden Planperiode von 2016 bis 2020 dürfte die Führung in Peking wieder kräftig investieren, um die ausgemachten Ziele zu erreichen. Noch stehen einige Beratungsrunden im Terminplan der Regierung. Selten dringen weit vor der Verabschiedung Einzelheiten an die Öffentlichkeit. Und doch können Experten einige Reformgebiete schon ausmachen.

In einer neuen Serie blickt Markt und Mittelstand auf die einzelnen Veränderungen, die der nunmehr 13. Fünfjahresplan für deutsche Mittelständler bedeutet. Jeden Freitag werden wir in den kommenden drei Wochen eine Reform aus Sicht des Mittelstands analysieren.

Reformgebiete betreffen deutschen Mittelstand

Die Themen sind vielfältig. So dürfte im neuen Fünfjahresplan die Rede sein von Industrie 4.0 und einer Stärkung des Dienstleistungssektors. Um den Ruf des Klimaverschmutzers Nummer 1 loszuwerden, dürfte der neue Fünfjahresplan Umwelttechnologien in den Fokus rücken.

Dem gehobenen Anspruch nach Gesundheitsleistungen und Altersversorgung wird er voraussichtlich mit einer Stärkung der Medizintechnik begegnen. Für die weitergehende Eingliederung in globale Finanzströme wird der Fünfjahresplan wohl die nationale Währung Renminbi weiter liberalisieren. Und um die Binnenwirtschaft auf stabilere Beine zu stellen, sind Reformen der Staatsunternehmen sowie eine Weiterführung der Korruptionsbekämpfung geplant.

Über den Fünfjahresplan hinaus

Die chinesischen Fünfjahrespläne weisen in die Zukunft der chinesischen Wirtschaft – nicht aber nur für die Dauer der Planperiode. „Viele der neuen Vorhaben der chinesischen Regierung sind sehr langfristig ausgerichtet, mit Zielen deutlich über fünf Jahre hinaus“, erläutert Mirjam Meissner vom Mercator Institute for China Studies (Merics).

Unter dem Strich sei der 13. Fünfjahresplan daher keine völlige Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft. Aber er ist eine Chance für deutsche Mittelständler zu verstehen, wo die größte Volkswirtschaft der Welt hin will. Und das für eigene Geschäfte zu nutzen.