Donnerstag, 26.04.2018
One-to-one-Beratung vor Ort: German-Desk-Mitarbeiter sitzen in Jakarta, Nairobi, Lagos, Lima und Dhaka.

Bildquelle: seb_ra/Thinkstock/Getty Images

One-to-one-Beratung vor Ort: German-Desk-Mitarbeiter sitzen in Jakarta, Nairobi, Lagos, Lima und Dhaka.

Zukunftsmärkte
Auslandsfinanzierung

Mittelstand nutzt Handelsfinanzierung der German Desks

Vor gut einem Jahr eröffnete der erste German Desk, der Mittelständler bei der Finanzierung auch kleinvolumiger Aufträge unterstützt. Den großen Andrang an den mittlerweile fünf Standorten interpretieren die Initiatoren als Bestätigung.

Deutsche Mittelständler nut­zen eifrig die Unterstützung der „German Desks“ der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) im Aus­land. Seit im Februar 2017 das erste von fünf Verbindungsbüros eröffnet wurde, haben deren Mitarbeiter acht Finanzie­rungslösungen mit einem Gesamtvolu­men von 5,3 Millionen Euro für deutsche Mittelständler koordiniert. „50 weitere Deals sind in der Pipeline“, berichtet Klaus Helsper, Leiter der Abteilung „Deutsche Wirtschaft“ bei der DEG. „Für das erste Jahr ist das eine sehr respektable Bilanz.“

Folgen Sie Markt und Mittelstand jetzt auch auf LinkedIn:    


Mit den „German Desks – Finan­cial Support and Solution“ möchten die DEG und ihre Partner die Handelsfinan­zierungslücke schließen, die deutsche Mittelständler bei Auslandsgeschäften beklagen. Für sie und ihre lokalen Kun­den ist es schwierig, Finanzierungen für kleine Einzelaufträge zu erhalten. Denn aufgrund schärferer Regularien sind deutsche und europäische Privatbanken mit immer weniger Büros in Auslands­märkten repräsentiert. Gleichzeitig sind die Volumina, die eine Firma für eine Handelsfinanzierung braucht, so gering, dass sie sich für eine Bank, die nicht vor Ort ist, kaum lohnt. Ihre German Desks hat die DEG daher in Kooperation mit lokalen Banken eingerichtet. An jedem der „Schreibtische“ sitzt ein deutschspra­chiger Mitarbeiter, der deutsche Herstel­ler und Produkte ebenso kennt wie die Kultur des Ziellandes. So sei die Kom­munikation für den deutschen Mittel­ständler einfach, sagt Helsper.

Handelsfinanzierungslücke schließen

Konkret stellen German Desks kurz- und mittelfristige Kreditlinien bereit, bieten Dienstleistungen für Handels­finanzierungen und Transaktionen an und sind bei der Einrichtung eines loka­len Bankkontos behilflich. Derzeit sind die Kreditspezialisten in Indonesien, Kenia, Nigeria und Peru tätig, ein Stand­ort in Bangladesch wird diesen Monat eröffnet. „Die Büros liegen in Märk­ten, die ein signifikantes Handelsvolu­men mit Deutschland aufweisen, aber einen wenig entwickelten Finanzmarkt haben“, erklärt Helsper. Das große Inte­resse deutscher Mittelständler an den Finanzierungen sei Beweis dafür, dass die DEG mit dem Angebot einen Nerv getroffen hätte.

Mit den fünf Helpdesks möchte die DEG testen, ob deutsche Mittelständ­ler das Angebot annehmen und an wel­chen zusätzlichen Beratungsleistungen sie noch über German Desks interessiert sind. Gegen Ende dieses Jahres werde man dann entscheiden, ob das Format auf weitere Schwellen- und Entwick­lungsländer übertragen werde, kündigt Helsper an.