Donnerstag, 02.02.2017
Das Tragen von Helmen bei der Arbeit ist längst nicht in allen Ländern der Welt üblich. Mittelständler setzen sich mehr für gute Arbeitsbedingungen ein als große Unternehmen.

Bildquelle: kzenon/Thinkstock/Getty Images

Das Tragen von Helmen bei der Arbeit ist längst nicht in allen Ländern der Welt üblich. Mittelständler setzen sich mehr für gute Arbeitsbedingungen ein als große Unternehmen.

Zukunftsmärkte
Corporate Social Responsibility

Mittelstand prescht bei Arbeits- und Umweltstandards vor

Auch in Märkten der Welt, die nicht für verantwortungsvolle Arbeitsbedingungen oder hohen Umweltschutz bekannt sind, geht der Mittelstand mit gutem Beispiel voran.
Es sind nicht nur Industrieprodukte, die deutsche Mittelständler in alle Welt exportieren – sie bringen bei ihrem Auslandsengagement auch Arbeits- und Umweltstandards mit. Vielfach zahlen deutsche Firmen in ihren Auslandsniederlassungen beispielsweise höhere Löhne als lokal üblich oder achten auf bessere Arbeitsbedingungen und mehr Energieeffizienz.

Damit sind sie nicht allein: Neun von zehn Mittelständlern aus Industrie- und Schwellenländern haben sich in den vergangenen zwei Jahren für soziale oder ökologische Ziele engagiert, ergab eine Sonderauswertung des KfW-Wettbewerbsindikators 2016. Demnach ist nahezu allen der 3.100 befragten kleinen und mittelgroßen Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Russland, China, Brasilien, Japan und den USA ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Verhalten wichtig.

Anteil der Unternehmen, die sich in den vergangenen zwei Jahren in mindestens einem Bereich von Corporate Social Responsibility (CSR) engagiert haben

(in %)

Quelle: KfW

Auch Lieferanten müssen Standards einhalten

In vielen Entwicklungs- oder Schwellenländern der Welt gibt es keine hohen Standards für Arbeitsschutz. 41 Prozent der befragten deutschen Mittelständler stellen laut Studie dennoch sicher, dass gute Arbeitsbedingungen in ihren eigenen Niederlassungen herrschen. Jeder fünfte Mittelständler fordert laut Befragung auch von seinen Lieferanten die Einhaltung sozialer Mindeststandards ein.

„Gute Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mittelständische Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte erfolgreich sein können“, sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Unternehmer profitierten daher unmittelbar von dem Engagement für ihre Beschäftigten. 

Energieeffizienz als Wettbewerbsvorteil

Überall auf der Welt werde auch die Verbesserung der Energieeffizienz in den kommenden Jahren immer wichtiger, gaben die befragten Unternehmen im Weiteren an. Dazu tragen die politischen Zusagen bei, die im Rahmen des internationalen Klimaabkommens von Paris getroffen wurden. Der Druck zu einem effizienteren Umgang mit Energie werde sich dadurch erhöhen, meint Zeuner. „Und Energieeffizienz wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.“
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