Leipzig, Dresden, Magdeburg: Wie Ostdeutschlands Wirtschaft wächst
| Thomas Mersch
Großansiedlungen treiben Ostdeutschlands Wirtschaft: Leipzig, Dresden & Co. locken mit Flächen, Clustern und Wachstum.
10.09.2025 Markt und Mittelstand - von Thomas Mersch
Es war ein Schritt von der westdeutschen Metropole in die ostdeutsche Provinz. 2004 verlagerte die B2B-Beschaffungsplattform Mercateo ihr operatives Geschäft nach Köthen in Sachsen-Anhalt. Ein Lohnsubventionsmodell habe auf den Standort aufmerksam gemacht, berichtet Geschäftsführer Peter Ledermann, der das Unternehmen 2003 durch einen Management-buy-out gemeinsam mit Gründer Sebastian Wieser von Eon übernommen hatte. „Wir haben zum Start fünf Arbeitsplätze versprochen.“ Inzwischen hat das Unternehmen 300 Beschäftigte in Köthen – zehnmal mehr als am Gründungsort München, wo man sich auf Software und Entwicklung konzentriert.
Rasch geriet die Expansion an Grenzen. „Ab 2011 haben wir in Köthen nicht mehr schnell genug die passenden Leute gefunden“, sagt Ledermann. Also eröffnete das Unternehmen einen weiteren Standort im rund eine Autostunde entfernten Leipzig. „Berlin wäre für uns ein Kulturbruch gewesen“, sagt Ledermann, der im Januar vom Wirtschaftsverband Die Familienunternehmer als „Familienunternehmer des Jahres“ in Mitteldeutschland ausgezeichnet worden ist. Als „bodenständig, ehrlich und bürgerlich“ nehme er Leipzig wahr. „Nicht hip, aber nach vorne gewandt.“ Auch hier arbeiten heute rund 300 Menschen für das inzwischen europaweit tätige Unternehmen. Etwa 250 Millionen Artikel hat es im Programm: vom Pferdesattel für das britische Verteidigungsministerium bis hin zum Radialsägeblatt. Der Umsatz lag 2024 bei knapp 450 Millionen Euro.
Seit 2019 ist Leipzig Hauptsitz des Unternehmens, das sich in Unite – auf Deutsch „verbinden“ – umbenannt hat. Ein Statement in Zeiten einer politisch auseinanderdriftenden Gesellschaft. An Ostdeutschland schätze er die Offenheit der Menschen und „die Veränderungsbereitschaft, die ich im Westen so nicht erlebt habe“, sagt Ledermann. Nach der Wende sei den Menschen viel abverlangt worden. „Ein ganzes Wirtschaftssystem musste von heute auf morgen anders funktionieren.“ Wo der Wandel gelungen ist, dokumentiert der Zukunftsatlas des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos.
Aufstrebend zeigt sich der Standort Leipzig insgesamt. Die Stadt belegt Rang 152 – im Vergleich zu 2004 bedeutet das ein Aufrücken um 182 Plätze von Rang 334. „Hier wird das Berliner Modell wiederholt“, sagt Olaf Arndt, Wirtschaftsgeograf bei Prognos. „Arm, aber sexy, so lautete das Motto zunächst. Dann folgte der wirtschaftliche Aufschwung.“
Ein wahrer Kraftakt stand den Verantwortlichen nach der Wende bevor. Es seien 110.000 Stellen in der Industrie weggefallen, berichtet Anja Hähle-Posselt, Leiterin des Amts für Wirtschaftsförderung in Leipzig. 2000 habe die Arbeitslosigkeit in der Stadt noch bei 25 Prozent gelegen. Ein Zehntel der Einwohner hatte Leipzig den Rücken gekehrt – 480.000 Personen waren noch gemeldet. Das hat sich gewandelt. „Die Menschen kommen nicht allein nach Leipzig, weil es hier schön ist“, sagt Hähle-Posselt. „Sie kommen vor allem, weil sie Arbeitsplätze mit einem guten Einkommen finden.“
1999 Porsche, 2001 BMW, 2004 DHL – es waren die großen Investitionen, die die Initialzündung brachten – begleitet von einem stetigen Wachstum der kleinen und mittelständischen Bestandsunternehmen. „Mit den Ansiedlungen ist auch Bevölkerungswachstum entstanden“, sagt Hähle-Posselt. 630.000 Einwohner zählte Leipzig im vergangenen Jahr – 700.000 lautet die Prognose für 2040. Als stärkstes Lockmittel für Investoren sieht die Wirtschaftsförderungs-Chefin die Vielzahl von Industrie- und Gewerbeflächen. „Damit heben wir uns gegenüber vielen Standorten in Westdeutschland ab“, sagt Hähle-Posselt. „Das ist ein genereller Vorteil von Städten und Landkreisen in Ostdeutschland.“ Besonders attraktiv sei die 130 Hektar große Industriefläche Radefelder Allee – in direkter Nähe zu Autobahn und Flughafen.
Die Strategie in Sachsen sei, dass sich einzelne Städte nicht gegenseitig Konkurrenz machten, sondern Cluster bildeten, erklärt Hähle-Posselt. Dresden konzentrierte sich früh auf Halbleiter, Chemnitz auf Maschinenbau und Robotik, Leipzig auf Biotech und Life Sciences, Logistik sowie den Autobau. „Der Schulterschluss mit anderen Städten ist elementar“, sagt Hähle-Posselt. Die Wirtschaftsförderungen tauschten sich stetig aus. Wenn in Leipzig ein Unternehmen anklopfe, das besser nach Chemnitz oder Dresden passte, gebe man eine entsprechende Empfehlung ab.
Dresden zeigt sich in Sachsen besonders kraftvoll. Die sächsische Landeshauptstadt ist die Nummer zwei in Ostdeutschland auf Rang 38 der Prognos-Übersicht – nach Thüringens Musterstadt Jena (Rang 25). Den Weg Dresdens ebnete Arndt zufolge der VEB Robotron – unter anderem der größte Computerhersteller der DDR. „Es gab IT-Kompetenz, das war die Basis für die Halbleiterindustrie“, sagt der Prognos-Experte. „In den folgenden Jahrzehnten wurde das perfekt weiterentwickelt.“ Im sogenannten Silicon Saxony siedelten sich unter anderem die Chip-Hersteller Infineon und Bosch an. Derzeit baut der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC in Dresden eine neue Fabrik. „Dresden hat seine Strategie 35 Jahre lang konsequent verfolgt und weiterentwickelt“, sagt Arndt. „Es sind Großinvestitionen, die Strukturen aufbauen.“
Gezielt fördern
Auch Leipzig profitiert weiter: 2023 kamen der Konsumgüterkonzern Beiersdorf und der Autozulieferer Dräxlmaier. Die Leipziger Wirtschaftsförderung hat im vergangenen Jahr das eigene Vorgehen noch einmal geschärft und drei Innovationscluster definiert: Life Sciences, Digitalwirtschaft und Greentech. „Hierhin fließen die meisten unserer Ressourcen – personell wie finanziell“, sagt Wirtschaftsforscherin Hähle-Posselt. Die Automobilwirtschaft dagegen benötige keine spezielle Innovationsförderung, seitdem die Produktion laufe. „Die Unternehmen forschen hier nicht, sondern am Hauptsitz. Da müssen wir kein Technologiezentrum eröffnen. Dies würden wir erst gründen, wenn die Werke eigene F&E-Abteilungen vor Ort hätten und ein Technologiezentrum in Leipzig unterstützen würden.“
Ziel sei es nun, „Ansiedlungen zu generieren, die ins Cluster passen und die Wertschöpfungsketten vervollständigen“, sagt Hähle-Posselt. Allerdings wird nicht um jeden Preis angesiedelt. „Wir hatten vor einigen Jahren die Anfrage eines chinesischen Autobauers“, sagt die Chefin der Wirtschaftsförderung. „Aber wir wollten BMW und Porsche keinen Konkurrenten vor die Nase setzen.“ Auch im Mittelstand biete sich viel Potenzial. „Wir können nicht in 30 Jahren das erreichen, was in Baden-Württemberg oder Bayern über viel längere Zeiträume entstanden ist“, sagt Hähle-Posselt. Aber um aufzuholen, unterstützt Leipzig mit einem eigenen Mittelstands-Förderungsprogramm. Rund eine Million Euro stellt die Stadt pro Jahr bereit, um kleinere Firmen bei Projekten oder Investitionen zu unterstützen. „So kommen wir mit den Unternehmen ins Gespräch.“
Für die Stadt bietet ein florierender Mittelstand laut Hähle-Posselt viele Vorteile: „Die Unternehmen haben eine stärkere Bindung zum Standort, eine höhere Loyalität. Und sie investieren hier auch in die Entwicklung.“ Unterstützt werden sie auch über die Leipziger Gewerbehofgesellschaft, die für 13 Wirtschaftsflächen zuständig ist. „Wir wollen damit sicherstellen, dass kleinere Unternehmen bezahlbare Flächen finden“, sagt Hähle-Posselt. Dieses Modell habe man sich in München abgeschaut. „Wir waren früher häufig dort. Inzwischen kommen die Kolleginnen und Kollegen aus München oder Stuttgart, um sich zu informieren, wie wir bei der Wirtschaftsförderung vorgehen.“
Während die sächsischen Metropolen aufblühen, stehen viele Landkreise unter Druck. „In der Fläche sind die Zukunftswerte in Sachsen eher gefallen“, erläutert Prognos-Experte Arndt. Insgesamt tun sich viele Regionen in Ostdeutschland schwer. 54 der 75 Kreise in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen befinden sich „in den Zukunftsrisiken“. „Das große Problem ist der Mangel an Fachkräften“, sagt Arndt. Die politische Lage erschwert das Anwerben von Personal.
Der Rechtsruck in vielen ostdeutschen Wahlbezirken werde „auch in der Wirtschaftsförderung diskutiert“, sagt die Leipziger Amtsleiterin Hähle-Posselt. Deutlich über 40 Prozent der Stimmen erreichte die AfD bei der vergangenen Bundestagswahl in manchen Regionen. 25 Prozent waren es in Leipzig. Hähle-Posselt unterstützt die Demokratieprojekte des Leipziger Oberbürgermeisters und politische Aufklärung an Schulen. Denn Leipzig will nicht nur für Investoren attraktiv bleiben, sondern auch für ausländische Arbeitskräfte.
Um den Fachkräftemangel zu überwinden, spiele die Infrastruktur eine zentrale Rolle, sagt Arndt. „Es schreckt ab, wenn das nächste Krankenhaus eineinhalb Stunden entfernt ist.“ Hier sieht er Bund und Länder in der Pflicht, zu unterstützen. „Kommunen müssen in die Lage versetzt werden, den Strukturwandel zu finanzieren. Sie müssen sich entwickeln können.“
„Chanceninsel Brandenburg“
Wie wichtig dies ist, zeigt das Beispiel Dahme-Spreewald in Brandenburg. Seit 2004 konnte sich der Landkreis von Rang 347 auf Rang 165 verbessern. „Den Aufschwung verdanken wir neben einer verlässlichen Zusammenarbeit mit den Kommunen auch einer funktionierenden Infrastruktur. Dazu zählen Straßen, ÖPNV, Hochschulen und auch Forschungseinrichtungen“, sagt Marion Schirmer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald. „Zudem gibt es vier Technologiezentren, die wir selbst betreiben.“ Vor allem profitiert Dahme-Spreewald vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), der 2020 den Betrieb aufnahm.
„Brandenburg ist eine Chanceninsel in Ostdeutschland“, sagt Arndt von Prognos. Auch der Landkreis Oder-Spree hat sich mit Rang 156 über die Jahre deutlich verbessert (2004: Rang 335) – vor allem dank der 2022 eröffneten Gigafactory des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide. „Eine solche Großinvestition ist so fundamental, dass ganze Wertschöpfungsketten neu aufgebaut werden“, sagt Arndt. Das nahe Cottbus sieht er ebenfalls im Aufschwung, dank der Strukturförderung, die die Transformation des Braunkohlereviers unterstützen soll. „Cottbus entwickelt sich zum neuen Wirtschaftszentrum.“ Ein anderer Trend: Das Berliner Umland lockt erfolgreich Menschen an, die sich die hohen Miet- oder Kaufpreise für Immobilien in der Hauptstadt nicht leisten können oder wollen.
Besonders mit Blick auf rare Fachkräfte sei die Lage für Tesla günstig. „Das Unternehmen kann aus drei Potenzialräumen saugen“, sagt Arndt. „In Berlin gibt es Top-IT-Fachleute, in Polen ein großes Reservoir an Industriearbeitern – und dazu kommen noch die Fachkräfte vor Ort.“ Generell sieht er den Trend, dass die großen Städte beim Strukturwandel „den Fokus auf neue Technologien und Innovationen“ gelegt haben. „Viele Fachkräfte streben deshalb in die Zentren.“ Die Folgen sind für manche Region dramatisch: „Thüringen hat seit der Wende ein Fünftel der Bevölkerung verloren – und es droht die Abwanderung von bis zu weiteren 15 Prozent.“
Schirmer, Leiter der Wirtschaftsförderung von Dahme-Spreewald, ist zuversichtlich, dass der BER noch mehr Impulse bringt. „Der Flughafen wird sich weiterentwickeln und attraktiv werden für innovationsgetriebene Unternehmen“, sagt sie. „Er ist ein entscheidender Wirtschaftsmotor für den Norden des Landkreises – aber nicht der alleinige Treiber.“ Ein Beispiel für die breite industrielle Basis sei die Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik, deren Wurzeln bis 1897 zurückgingen. „Hier wird heute grüner Stahl produziert.“ Ebenso der Elektronik-Spezialist SE Services mit 130 Mitarbeitenden in Schulzendorf. Mit rund 16.900 kleinen und mittelständischen Unternehmen über alle Branchen hinweg – von Metallverarbeitung, erneuerbaren Energien, Handwerk bis hin zu Nahrungsmitteln – sei „die Vielfalt groß“.
Eine „wichtige Aufgabe“ für die Wirtschaftsförderung in Dahme-Spreewald ist es der Chefin zufolge, Unternehmen zu helfen, Fachkräfte zu finden. „Über Netzwerkaktivitäten geben wir Unternehmen die Möglichkeit, sich bekannt zu machen“, sagt Schirmer. „Wir initiieren und unterstützen beispielsweise Projekte, bei denen die Unternehmen an Schulen gehen, um mit möglichen Auszubildenden in Kontakt zu kommen.“ Jedes Jahr gibt es eine Ausbildungsmesse. Auch die Lange Nacht der Wirtschaft und die Innovationsmeile, die jeweils im Zwei-Jahres-Takt stattfinden, bieten Unternehmen die Chance, sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Darüber hinaus unterstützt die Wirtschaftsförderung beim Aufbau von Wissen. „Für die Unternehmen bieten wir Veranstaltungen zu Themen wie Digitalisierung, KI-Implementierung oder Nachfolge – auch gemeinsam mit Nachbar-Landkreisen“, sagt Schirmer. „Wirtschaft kann man nicht in administrativen Grenzen fassen.“
Auf den Wachstumseffekt einer großen Neuansiedelung hoffte man in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, dagegen vergebens. 2022 gab der US-Konzern Intel bekannt, dort zwei Chipfabriken für 30 Milliarden Euro bauen zu wollen. Die größte ausländische Direktinvestition in Deutschland versprach 3000 Arbeitsplätze bei Intel selbst sowie weitere bei Zulieferern. Doch im vergangenen Herbst verfolgte Intel den Bau zunächst nicht weiter: Im Juli kam dann das Aus für das Magdeburg-Projekt.
Die Flächen im Industriegebiet Eulenberg hätten für die Intel-Ansiedlung genutzt werden sollen. Auch nach der Intel-Absage ist Sandra Yvonne Stieger, Beigeordnete Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Stadt Magdeburg, „zuversichtlich, dass dort etwas passiert. Die Fläche ist einfach zu gut“, sagt sie. „Wenn an dieser Stelle mit einer größeren Ansiedlung ein Nukleus entsteht und damit ein technologischer Schwerpunkt gesetzt wird, dann bildet sich auch ein umgebendes Ökosystem.“ Interesse zeigte jüngst der Dresdener Chiphersteller FMC.
Magdeburg nimmt es sportlich
Auch ohne Großinvestor sieht Stieger die Wirtschaft am ehemaligen Standort für Schwermaschinenbau auf gutem Weg. „Diese Industrie war nach der Wende nicht mehr wettbewerbsfähig und ist zusammengebrochen“, sagt sie. „Seitdem haben wir Schritt für Schritt eine solide Basis im Bereich kleine und mittlere Unternehmen aufgebaut. Diese Struktur hat sich als sehr resilient erwiesen.“ Ein Standbein ist die Medizintechnik mit Familienunternehmen wie Strehlow und Hasomed.
Im Zukunftsatlas von Prognos findet sich Magdeburg auf Rang 324. „Wir nehmen das sportlich“, sagt Stieger. „Es gibt hier jede Menge Potenzial, um weiter aufzuholen. Die Chancen werden nicht schlechter.“ Ein Standortvorteil sei die vielfältige Forschungslandschaft – mit Universität und Hochschule sowie Einrichtungen wie Max-Planck-Institut, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung. „Doch wir müssen uns stärker um den Transfer von Forschungsergebnissen in die Unternehmen kümmern“, sagt Stieger. Viele mittelständische Unternehmen hätten keine eigene Forschung und Entwicklung. „Für sie ist der Wissenstransfer wichtiger als für Großunternehmen. Das Potenzial ist hoch. Hier wollen wir künftig stärker aktiv werden.“
Geringere Kosten sind neben den vorhandenen Flächen ein wichtiges Argument für ostdeutsche Bundesländer. Wäre Mercateo in München geblieben, „hätten wir ganz andere Löhne zahlen müssen, allein wegen der hohen Wohnungsmieten. Und auch ganz andere Büromieten“, sagt Geschäftsführer Ledermann. „Wahrscheinlich hätten wir viel mehr outgesourct an externe Dienstleister. Unite wäre heute ein ganz anderes Unternehmen.“
Faktenbox: Leipzig & Dresden – Aufsteiger im Osten
Leipzig:
- 1999 Porsche, 2001 BMW, 2004 DHL als Wegbereiter großer Ansiedlungen
- Aufstieg im Prognos-Zukunftsatlas: von Rang 334 (2004) auf Rang 152 (2025)
- Heute 630.000 Einwohner, Prognose 2040: 700.000
- Cluster-Strategie: Biotech, Life Sciences, Logistik, Autobau
- Eigene Mittelstands-Förderung: rund 1 Mio. Euro jährlich
Dresden:
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• Zweitstärkster Standort in Ostdeutschland (Rang 38 im Zukunftsatlas)
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Wurzeln in der DDR-IT-Kompetenz (VEB Robotron)
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„Silicon Saxony“ mit Infineon, Bosch, TSMC – langjährige Halbleiter-Strategie
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Kontinuierlich verfolgt seit 35 Jahren, getrieben von Großinvestitionen
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Clusterfokus: Halbleiter, Mikroelektronik, Hightech
Faktenbox: Magdeburg – Chancen trotz Rückschlag
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Intel-Absage 2025:
• Geplante 30-Milliarden-Investition in zwei Chipfabriken gestoppt
• Flächen im Industriegebiet Eulenberg weiter verfügbar – hohes Ansiedlungspotenzial -
Strukturwandel:
• Früher Zentrum des Schwermaschinenbaus – nach der Wende Zusammenbruch
• Heute: Resiliente Basis aus Mittelstand, u. a. Medizintechnik (Strehlow, Hasomed) -
Forschung & Innovation:
• Universitäten, Max-Planck-, Helmholtz- und Fraunhofer-Institute
• Ziel: Stärkerer Transfer von Forschung in den Mittelstand -
Prognos-Ranking:
• Rang 324 im Zukunftsatlas 2025
• Wirtschaftsförderung setzt auf „sportliches Aufholen“ und neue Cluster
Quelle: Prognos Zukunftsatlas 2025
Der Artikel erschien in der Print-Ausgabe Nr. 7 (September 2025) von Markt und Mittelstand.
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