Dienstag, 09.06.2015
Waren, die in Indonesien produziert, verpackt oder dort gelagert wurden, dürfen Händler ab Juli nur noch in Rupiah verkaufen.

Dimas Ardian/Thinkstock/Getty Images

Waren, die in Indonesien produziert, verpackt oder dort gelagert wurden, dürfen Händler ab Juli nur noch in Rupiah verkaufen.

Zukunftsmärkte
Vorsicht bei Kursschwankung

Rupiah für Inlandsgeschäfte bald verpflichtend

Eine neue Verordnung trifft den Standort Indonesien: Da innerhalb der Landesgrenzen gehandelte Güter und Dienstleistungen neuerdings in Rupiah bezahlt werden müssen, entstehen Exporteuren Wechselkursrisiken.

Gemäß einer neuen Verordnung müssen Exporteure ihre Geschäfte in Indonesien neu kalkulieren. Denn sie sind ab 1. Juli 2015 dazu verpflichtet, sämtliche innerhalb der Landesgrenzen abgeschlossenen Handelsverträge in Rupiah zu begleichen. Das gilt sowohl für Güter, die von einem Lager auf indonesischem Boden aus weiterverkauft werden, als auch für jegliche Arten von Dienstleistungen, die nicht über Landesgrenzen hinweg erbracht werden. Auch Kosten für Containerverladung, Hafengebühren und andere Transportleistungen sind daher in Rupiah anzugeben und zu bezahlen.

Von der Regelung ausgenommen sind lediglich der Import von Gütern aus ausländischen Werken oder Lagern oder der Export von in Indonesien hergestellten Waren ins Ausland. Nicht unter die Ausnahmeregelung fallen Transaktionen, die zwar im Zusammenhang mit internationalem Handel stehen, deren Lieferkette aber nicht über Landesgrenzen hinweg abläuft.

Weil die indonesische Währung in den vergangenen Jahren sehr schwankungsanfällig war, stellt dies deutsche Mittelständler vor Ort vor Planungsschwierigkeiten. Denn eine langfristige Kalkulation der Lieferkette ist damit kaum mehr möglich. Über Währungskredite, Termingeschäfte oder den Abschluss einer speziellen Währungsversicherung empfiehlt es sich, das Kursrisiko zu minimieren.

Kredit in Fremdwährung

Die erste Möglichkeit der Absicherung ist, einen Währungskredit in Rupiah aufzunehmen. Dieses Geld tauscht der deutsche Unternehmer dann in Euro um. Erhält er vom indonesischen Partner die Zahlung in Rupiah, kann er damit den Kredit tilgen. Je nach Zahlungsziel lohnt es sich, die Zinsen in den Preis der Ware oder Dienstleistung einzukalkulieren.

Devisentermingeschäft

Bei langen Zahlungszielen oder längerfristigen Kooperationen können Mittelständler auch auf Termingeschäfte zurückgreifen. Dabei werden zu Beginn der Geschäftsbeziehung Devisen der jeweiligen Landeswährung ausgetauscht – zum aktuellen Wechselkurs. Rechnungen begleichen die Parteien jeweils in der Währung, die sie vom Partner erhalten haben. Ist die Beziehung beendet, tauschen sie die Devisen wieder zum aktuellen Wechselkurs zurück. Damit gehen beide Parteien den Wechselkurs mit und teilen sich das Risiko.

Versicherung gegen Kursschwankungen

Große Geldhäuser wie Atradius oder Credit Suisse bieten zudem Versicherungen gegen Währungsschwankungen an. In diesem Rahmen legt der Versicherungsnehmer ein bestimmtes Intervall fest, in dem der Währungskurs schwanken darf. Hat die Währung bei Erhalt der Kaufsumme dieses Intervall überschritten, gleicht die Versicherung aus. Selbstverständlich fallen hierfür Versicherungsprämien an.

Deutsche Firmen in Indonesien sollten schnellstmöglich Vorkehrungen zur Währungsabsicherung treffen, damit sich ihre Handelsgeschäfte nicht extrem verteuern. Die neue Regelung gilt ab Anfang Juli – Verträge, die vor diesem Stichtag abgeschlossen wurden, dürfen Handelspartner weiterhin in Fremdwährung abwickeln. Nach diesem Stichtag wird eine Missachtung der Regelung mit hohen Bußgeldern und Freiheitsberaubung bestraft.

Info

Wie Mittelständler sich gegen Währungsschwankungen absichern können

  • Kredite in Fremdwährung

  • Devisentermingeschäfte

  • Versicherung gegen Kursschwankungen