Donnerstag, 17.10.2013
Notwendige Zertifikate beim Russland-Export

KfW Bildarchiv / Torsten George

Für den Russland-Export von Maschinen werden neue Zertifikate nötig. Die Kosten dafür sind mindestens vierstellig.

Zukunftsmärkte
Neue Zertifikate für Maschinen in Russland

Russland-Export: Kosten der Zertifikate und Dokumente

Durch die Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan werden für den Russland-Export von Maschinen und Anlagen neue Zertifikate notwendig. Mittelständler müssen Kosten im vierstelligen Bereich rechnen. Der Prozess der Neu-Zertifizierung kann zeitintensiv werden.

Russland und Osteuropa sind wichtige Zukunftsmärkte für Mittelständler. Gemeinsam in einer Zollunion mit Kasachstan und Weißrussland hat Russland neue technische Reglements für die Maschinensicherheit definiert. Eine Vielzahl von Import-Maschinen und Anlagen erfordern ein Zertifikat. Unternehmen, die öfters Maschinen und Anlagen liefern, benötigt Serienzertifikate, die für ein, drei oder fünf Jahre erteilt werden. „Dafür können auch schon mal bis zu 4.000 Euro fällig werden“, schildert Vladimir Sorokovikov, Geschäftsführer der russischen Tochtergesellschaft von Pilz, einem Unternehmen der Automatisierungstechnik. Haben Unternehmen eine Vielzahl verschiedener Maschinen zu zertifizieren, können die Kosten dafür jedoch auch schnell in den fünfstelligen Bereich steigen. Manche Maschinen fallen auch gleichzeitig unter mehrere Reglements und benötigen daher mehrere Zertifikate. Finden Exporte nur einmalig oder unregelmäßig in größeren Zeitabständen statt, so besteht die Möglichkeit einer Einmalzertifizierung. Dafür müssen Mittelständler mit Kosten von etwa 1.200 Euro rechnen.

Info
Checklist: Diese Dokumente sind für die Zertifizierung notwendig

  • Antragsformular
  • Zolltarifnummer
  • Produktbezeichnung (Seriennummer, Modell etc.)
  • Technische Dokumentation (auf Russisch, Deutsch oder Englisch)
  • Produkt-Konstruktionszeichnungen, Materialangaben
  • Montageanleitung
  • Protokolle von Testverfahren (wenn vorhanden)
  • ISO 9001 Zertifikat (wenn vorhanden)

Quelle: TÜV Süd

Russland-Export: Übergangsfrist bis 2015

Noch können Unternehmen mit bestehenden Zertifikaten den Export von Maschinen und Anlagen nach Russland bestreiten. Allerdings nur mehr bis längstens 15. März 2015. Bis dahin müssen alle Maschinen und Anlagen, die unter die Technischen Reglements (TR) der Zollunion fallen, den neuen Prozess der Zertifizierung durchlaufen haben. Vorher auslaufende Zertifikate sind ebenfalls bereits nach den neuen Zertifizierungs-Standards zu erneuern.

Bei Schmersal, einem Mittelständler aus Wuppertal, der Schaltgeräte und -systeme für die Maschinensicherheit erzeugt, ist der Umstellungsprozess fast abgeschlossen. „30 bis 40 Manntage sind in die Vorbereitung und Durchführung der Zertifizierungen nach neuen Standards schon hineingeflossen“, berichtet Frank Schmidt, der Leiter der Abteilung Normung, Prüfung, Zertifizierung. Dabei ist die Zeit für die Übersetzung der Dokumente ins Russische noch gar nicht einberechnet. Trotzdem ist er mit dem Ablauf zufrieden: „Die Zollunion passt sich zunehmend europäischen Standards an. Das ist für die verschiedenen Zertifizierungen, die wir benötigen, eine deutliche Arbeitserleichterung.“

Welche TR der Zollunion es gibt und ob Sie beim Russland-Export eine Deklaration oder ein Zertifikat benötigen, lesen Sie hier im ersten Teil.