Dienstag, 07.01.2014

Bildquelle: Deutsche Bahn AG

Zukunftsmärkte
Vorsicht beim Warenexport per LKW

Russland-Export: TIR-Verfahren nur an drei Zoll-Posten

Der Streit zwischen der russischen Zoll-Behörde und dem nationalen Spediteursverband hat sich leicht entspannt. Für Mittelständler bleibt der Russland-Export aber eine komplizierte Angelegenheit.

Mittelständler, die ihre Waren nach Russland exportieren, können vorerst aufatmen. Bis zum 1. Juli 2014 wird das internationale TIR-Verfahren bei Gütertransporten nach Russland weiterhin akzeptiert, allerdings mit Einschränkungen. Auf diese Verlängerung der Anerkennung des TIR-Carnets haben sich die russische Zoll-Behörde FTS und der nationale Spediteursverband Asmap geeinigt. Damit ist in einen seit Monaten schwelenden Zoll-Konflikt zwischen diesen beiden Einrichtungen erstmals wieder Bewegung gekommen.

Die Einschränkung dabei ist geographischer Natur. Die Einigung gilt vorerst nur für die Zoll-Posten in drei Zollbezirken der Region Nordwest, wie die deutsch-russische AHK berichtet. Das sind die Regionen Wyborg, Karelien und Murmansk, für die es bereits bis 1. Dezember 2013 eine Ausnahme gab. Für den Waren-Export nach Russland über eine dieser drei Zoll-Posten genügt auch weiterhin die Vorlage des Carnet TIR ohne zusätzliche Versicherungen. Dies erleichtert Mittelständler zumindest für das nächste halbe Jahr den ohnehin schon komplizierten Waren-Export nach Russland.

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Export-Zusatzversicherung bei anderen Zoll-Posten in Russland

Die Zoll-Behörde FTS hatte mit Wirksamkeit zum 1. Dezember 2013 den Vertrag mit Asmap über die Ausstellung von TIR-Carnets und die Garantie einer ordnungsgemäßen Verzollung unter dem internationalen TIR-Verfahren gekündigt. Mittelständler, die nach Russland Export betreiben, müssen dadurch mit Zusatzkosten rechnen, weil sie die Waren beim Export alternativ versichern lassen müssen, etwa durch Bankgarantien, russische Zollbeförderer oder Zollbegleitschutz.

Transporte unter dem zollrechtlichen Versandverfahren zum Internationalen Straßengütertransport (TIR) sind bis zu einem Warenwert von 60.000 Euro versichert. Erst darüber hinaus sind zusätzliche Sicherheitsleistungen erforderlich. Bei Grenzübertritten an anderen als den drei genannten Übergangsstellen sind diese zusätzlichen Sicherheitsleistungen bereits jetzt erforderlich.