Donnerstag, 06.09.2012
Zukunftsmärkte
Marktchance Russland

Russland investiert Milliarden Dollar

Der Rohstoff-Gigant Russland will weiter wachsen. Doch es fehlt an Maschinen, Anlagen, Straßen und Häfen. Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus große Chancen.

Russland will die Förderung, Verarbeitung und den Export seiner Bodenschätze optimieren. Hunderte Milliarden von Dollar sollen bis 2030 investiert werden. Für die deutsche Wirtschaft, die Rohstoffimporteur und Technologieexporteur zugleich ist, verspricht diese Investitionsoffensive große Chancen. Denn die angestoßene Modernisierung der russischen Wirtschaft hat gerade erst begonnen und wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen, um Russlands Unternehmen fit für den Weltmarkt zu machen. In diesem Prozess der Modernisierung spielen deutsche Unternehmen, Technologien und Investitionen eine große Rolle. Germany Trade & Invest und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer bringen in einer gemeinsamen Studie die vielfältigen Geschäftschancen auf den Punkt und beschreiben die Rahmenbedingungen für ausländische Investoren.

Deutsche Unternehmen profitieren von Investitionen

Vor zwei Jahren hat Russland die „Strategie zur Entwicklung des geologischen Sektors bis 2030“ verabschiedet. Diese rückt die Verbesserung der Effizienz von Produktion und Export in den Vordergrund Dafür sollen Milliarden in Exploration und Erschließung neuer Erdöl-, Erdgas- und Metallvorkommen, in Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit der Produktionsprozesse investiert werden. Deutsche Betriebe sind dabei geschätzte Ausrüster russischer Rohstoffkonzerne und auch bei der Exploration von russischen Vorkommen aktiv. So wie der Bergbauausrüster Takraf. Der Mittelständler hat sich als Zulieferer etabliert und erwirtschaftet inzwischen ein Viertel seiner seiner Umsätze in Russland. „Vom Bagger bis zum Brecher - wir liefern die komplette Ausrüstung für die kontinuierliche Gewinnung und Förderung von Bodenschätzen im Tagebau“, sagt Nils Scharfenberg, Vertriebsleiter Ost bei Takraf. Gute Chancen sieht das Unternehmen insbesondere im Bereich Logistik, etwa im Rahmen der geplanten Kohleterminals in den Häfen Murmansk und Taman. „Russlands Bergbauriesen setzen verstärkt auf Exporte. Und dazu müssen sie ihre Kohlehäfen fit machen“, erklärt Scharfenberg.

Eisenerzprovinzen und Standorte der größten Stahlproduzenten in Russland:

Aber auch andere Sektoren bieten Möglichkeiten für deutsche Unternehmen. Russland hat beispielsweise die größten bilanzierten Eisenerzvorkommen weltweit. Vieles spricht dafür, dass zukünftig weiter in neue Lagerstätten und Stahlanlagen investiert wird und deutschen Unternehmen lukrative Aufträge winken. Ähnliches gilt für den Kohlebergbau. Bis 2030 soll die Förderung auf jährlich 110 Millionen Tonnen erhöht werden, das ist ein Plus von 30 Prozent.  „Es müssen Bagger, Brecher, Bohrausrüstungen und Förderbänder angeschafft werden. Hinzu kommt, dass auch die Sicherheitsanlagen in den Bergwerken verbessert beziehungsweise überhaupt implementiert werden müssen. Auch der Umweltschutz spielt in Russland eine immer größere Rolle", sagt Bernd Hones, GTAI-Repräsentant in Moskau und Co-Autor der Studie. Deutsche Mittelständler verfügen über das Know-how, das für diesen hochkomplexen Markt nötig ist.

Quelle: GTAI, Markt und Mittelstand

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