Dienstag, 20.03.2018
In Subsahara-Afrika gibt es viel Bedarf für deutsche Maschinen. Doch angesichts einer steigenden Schuldenquote sind die Märkte für Mittelständler riskant.

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In Subsahara-Afrika gibt es viel Bedarf für deutsche Maschinen. Doch angesichts einer steigenden Schuldenquote sind die Märkte für Mittelständler riskant.

Zukunftsmärkte
Unsichere Auslandsmärkte

Schuldenquote in Subsahara-Afrika steigt stark

Immer mehr Mittelständler richten den Blick auf potentielle Absatzmärkte in Subsahara-Afrika. Dort jedoch steigen Schuldenquote und Wechselkursrisiken. Ein riskantes Umfeld.

In den Ländern Subsahara-Afrikas ist die Schuldenquote in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Viele öffentliche und private Gläubiger bleiben infolgedessen auf ihren Krediten oder Rechnungen sitzen. Für deutsche Mittelständler bleibt ein Engagement in diesen Märkten riskant.

Das Verhältnis der gesamtstaatlichen Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen 2014 und 2017 von 32,2 auf 45 Prozent, schreibt der Kreditversicherer Credendo in einer aktuellen Studie. Seit 2015 übersteigt zudem die Auslandsverschuldung des gesamten Subsahara-Raums die Exporteinnahmen. Kredite in Fremdwährung machen Länder jedoch anfällig für Währungsschwankungen. Die Tilgung der Auslandsschulden wird für die Länder der Region deshalb immer schwieriger.

Fehlende Strukturreformen plus Rohstoffpreisverfall

In den 1990er Jahren hatten westliche Geberländer vielen afrikanischen Staaten südlich der Sahara da facto einen Schuldenerlass gewährt. Dass die Schuldenrate keine 20 Jahre später wieder in die Höhe schnellt, zeigt, dass schlechte Haushaltsdisziplin und schlecht funktionierende Finanzverwaltung in Subsahara-Afrika nach wie vor an der Tagesordnung sind.

„Die im Rahmen der Schuldenerleichterung vereinbarten Strukturreformen wurden anscheinend nicht wirkungsvoll umgesetzt“, meint Christoph Witte, Deutschlandchef von Credendo. Zudem traf der Verfall der Rohstoffpreise viele Länder, die es verfehlt hatten, ihre Wirtschaft rechtzeitig zu diversifizieren oder Rückstellungen zu bilden. 

Verlässliche Zahlungszusagen schwer bis unmöglich

Für deutsche Mittelständler sind das schlechte Nachrichten. Sie richten ihren Blick immer häufiger auf potentielle Absatzmärkte in Subsahara-Afrika – scheuen sich allerdings ohne verlässliche Zahlungszusagen ihrer Auftraggeber vor einem Engagement. Dass in Subsahara-Afrika viele Projekte von der öffentlichen Hand vergeben werden, erschwert die Situation.

Aktuell bemüht sich die deutsche Bundespolitik, Märkte südlich der Sahara wirtschaftlich zu erschließen, um ökonomische Fluchtursachen langfristig zu bekämpfen. Vor dem Hintergrund der steigenden Staatsschulden müssen die für Afrika werbenden Politiker in der Wirtschaft neue Skepsis überwinden.

Info

Die komplette Studie zu Staatsverschuldung in Subsahara-Afrika lässt sich auf der Webseite von Credendo downloaden.