Freitag, 15.04.2011
Zukunftsmärkte
Logistik

Spediteure lehnen EU-Dieselsteuer ab

Gegen den Entwurf einer überarbeiteten Energiesteuerrichtline der EU-Kommission wendet sich der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV).

Wenn sich nach diesem Vorstoß die Besteuerung von Kraftstoffen stärker an deren Energiegehalt orientiert, würde sich der Mindeststeuersatz von Diesel in Deutschland um 60 Prozent von heute 47 Cent auf 75 Cent pro Liter erhöhen. Das zieht erhebliche negative ökologische und ökonomische Folgen für die Speditionsbranche und die Wirtschaft nach sich.

Dieselmotoren sind High-tech-Produkte

"Die Bürokraten in Brüssel haben offensichtlich immer noch die qualmenden Laster der 50er und 60er Jahre vor Augen", vermutet DSLV-Präsident Mathias Krage. Doch die Antriebsaggregate moderner Nutzfahrzeuge sind High-Tech-Produkte. Doch zur Dieseltechnik im Güterkraftverkehr haben Transporteure und Spediteure keine realistische Alternative. Die EU-Pläne hätten einen hohen Kostenanstieg zur Folge, den die Unternehmen an ihre Kunden weiterreichen müssten. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Gesamtkonjunktur aus.

Auch die von der EU vorgesehene Übergangsfrist bis zum Jahr 2023 bringt wenig. Zusätzlich zum üblichen Anstieg der Dieselpreise müssten die Speditionsunternehmen die zusätzliche Steuer verkraften. Auch vom EU-Argument, Dieselkraftstoff in Deutschland müsse nicht teurer werden, wenn die Bundesregierung den Mindeststeuersatz für normales Benzin absenken würde, hält Krage nichts: "Wer glaubt denn daran, dass die Regierung in der momentanen Haushaltslage eine Geldquelle wie die Mineralölsteuer drosseln würde?"

 

Quelle: DSLV, Markt und Mittelstand

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