Dienstag, 23.06.2015
2.000 MW Energie soll die südafrikanische Sonne in den kommenden Jahren liefern. Daher investiert die Regierung in den effizienten Ausbau von Anlagen.

africa924/Thinkstock/Getty Images

2.000 MW Energie soll die südafrikanische Sonne in den kommenden Jahren liefern. Daher investiert die Regierung in den effizienten Ausbau von Anlagen.

Zukunftsmärkte
Hohe Ziele für Ausbau regenerativer Energie

Südafrika sucht Stromerzeuger

Weil die Industrie unter massiver Energieknappheit ächzt, hat die südafrikanische Regierung ihr Förderprogramm für Erneuerbare REIPPP neu aufgelegt. Anfang 2016 startet die fünfte Ausschreibungsrunde.

Ausländische Stromerzeuger sollen Südafrika aus der Energieknappheit befreien. Denn die derzeit nötigen Stromrationierungen behindern das Wachstum der Industrie. Über eine Neuauflage des Erneuerbare-Energien-Programms REIPPP sind private Provider dazu eingeladen, Angebote für die Finanzierung, den Bau und Betrieb sowie für den Unterhalt von Anlagen einzureichen, die regenerative Ressourcen erschließen.

Anfang 2016 wird die neue Vergaberunde offiziell starten, für die alle Interessenten Angebote abgeben können. Im Sommer gibt es schon die Möglichkeit der Nachbewerbung für diejenigen Bieter, die in den vergangenen Vergaberunden leer ausgegangen waren. 6.300 MW Erneuerbaren Stroms möchte Energieministerin Tina Joemat-Pettersson in dieser Runde erzeugen.

Verbände halten Ziel für machbar

Die Ziele sind optimistisch, aber machbar, sind sich Energieexperten sicher. Denn das Potential für Erneuerbare Energien in Südafrika ist hoch. 2.000 MW der geplanten Kapazität könne in den kommenden fünf Jahren die Sonnenenergie beisteuern, meint der Photovoltaik-Branchenverband SAPVIA. Der Windkraftverband SAWEA rechnet mit Installationen für eine zusätzliche Kapazität von 2.500 bis 3.000 MW.

Info

Die folgenden Technologien qualifizieren sich für eine Ausschreibungsteilnahme unter dem REIPPP-Programm:

  • Windkraft
  • Solarthermie
  • Photovoltaik
  • Biomasse
  • Biogas
  • Erdgas
  • Wasserkraft

Vier Programme hat die Regierung in der Vergangenheit bereits mit sogenannten Unabhängigen Stromerzeugern (IPP) angestoßen. In den dazugehörigen Bieterrunden haben die Behörden 79 Einzelprojekten ein Investitionsvolumen von 168 Milliarden Rand zugeteilt, umgerechnet 12,1 Milliarden Euro. Da diese Projekte vielversprechend angelaufen sind und die Anlagen bereits erste Ergebnisse liefern, dienen sie als Grundlage für weitere Initiativen.

Umweltfreundliches Wachstum

Auch über die jetzt zugesagten 6.300 MW hinaus dürfte das REIPPP fortgesetzt werden. Nach dem aktuellen Energieplan Südafrikas sollen bis 2030 insgesamt 17.800 MW an regenerativen Erzeugungskapazitäten entstehen. Darüber will die Regierung auch generell Industriesparten anstoßen, die mit erneuerbaren Ressourcen arbeiten. Sie seien wichtig dafür, das wirtschaftliche Wachstum des Landes umweltfreundlich zu gestalten, heißt es in der Programmbeschreibung.

Derzeit schädigen Stromrationierungen das Wirtschaftswachstum Südafrikas massiv. Weil in einigen Gebieten der Strom geplant abgestellt wird, sind Unternehmen mitten am Tag oft bis zu vier Stunden ohne Strom, berichtet die Außenwirtschaftsgesellschaft Germany Trade & Invest (gtai). Das führt zu schweren Betriebsausfällen, neue Projekte nehmen Unternehmen gar nicht erst in Angriff. Allein im April kam es an zwölf Tagen zu Rationierungsmaßnahmen, im Mai waren es mehr als 20 Tage. Diese Engpässe könne man mit den neuen Programmen stopfen, dessen ist sich die Regierung sicher.